Volltext: EINTRACHT (1992) (Advent)

EINTRACHT ADVENT 
1992 SPRICHWORTERSAGEN UND GEDICHTE Dr Samikloos Dr Samikloos ischt ufern Wääg und klockt a alli Tööra, ob d Goofa hätten, folga tuand, denn gär alls tuat er hööra Und wenns verdossa tunkel wörd, ir Stoba s Liacht tuat brenna, denn rotschen d Goofa gross und kli am Ofabenkli zemma. Si kläben a dr Mamma a so fescht, so nooch wia Klätta. 50 sott mas halt viil lenger ha! 51 fangen a zom Bätta. An Strech wörd gmacht uf s tenni Schitt vo jedem Vaterunser. Und s Härzli klockt bi jedem Trett - dr Samikloos, jätz kunnt er! Ida 
Ospelt-Amann Wunsch Noch einmal möcht' ich schau'n am Baum den Lichterschein mich selig anvertrau'n dem lieben Christkindlein. Noch einmal sorgenlos möcht' ich durch Strassen geh'n, mit Wünschen klein und gross vor all' den Fenstern steh'n. So ganz ein Kind noch sein, möcht' ich in heil'ger Nacht, jubeln zur Tür hinein, wo mir das Glück gelacht. Edwin 
NuttDer 
Lochgaß-Schimmel Aus «Sagenumwobene Heimat» von Hans-Friedrich Walser, Schaan, 1948 In Vaduz, nicht weit von der Loch- gasse, hatte einstens ein Bauer sein Anwesen. Er war geizig bis in die Fingerspitzen und hartherzig gegen Mensch und Tier. Der Begriff von Mein und Dein war ihm fremd und nichts war vor ihm sicher, was nicht niet- und nagelfest, ja selbst Pferde konnte das «ehrbare» Mit- glied der Langfingerzunft nicht her- umstehen sehen und ließ sie «mit- laufen». Irgendwie fand er immer wieder Abnehmer. Niemals kam man ihm auf die Spur. Gottlos, wie der alte Gauner war, wollte er auch einmal die Heilige Nacht für sein dunkles Gewerbe benützen. Dies- mal ging's über den Rhein. Schon am Nachmittag machte er sich auf den Weg, um eine gute Gelegen- heit auszukundschaften. Aber nichts war zu finden. Den ganzen Abend war er schon auf der «Pir- sche». Entmutigt wollte er wieder heimkehren. Da kam er kurz nach Mitternacht bei einer Kirche vorbei, wo an einem Mauerhaken ein herr- licher Schimmel angebunden war, mit einer Lammfelldecke über demRücken. 
Sattel und Zaumzeug wa- ren glänzend aufpoliert. Der Besit- zer mußte in der Christmette sein. Günstiger konnte es der Roßdieb nicht treffen. Bis das Amt vorbei war, würde er wohl schon wieder über dem Rhein sein. Den Schim- mel losbinden und mit einem Sprung in den Sattel war eins. Die Zügel in die Hand, ein leichter Schlag auf die Flanken und schon flog das Pferd hellauf wiehernd wie ein Wirbelwind durch die sternklare Winternacht. Dem Reiter verging Hören und Sehen. Es war kurz vor ein Uhr. In der Schloßka- pelle läuteten die Glöcklein gerade das Engelamt aus. Da galoppierte der Schimmel mit feuersprühenden Nüstern die Lochgasse herauf, und schon meinte der Schelm, er habe seine Beute sicher, da blieb das Pferd mit einem Ruck stehen, daß der Reiter in hohem Bogen auf die Straße flog und dabei das Genick brach. Seine brechenden Augen weiteten sich mit Entsetzen - denn sie mußten noch sehen, wie sich der Schimmel in den Teufel ver- wandelte und diabolisch grinsend auf seine Seele wartete. Diese muß- te nun ruhelos als Schimmel die Lochgasse auf und ab irren. Erst seit man dort ein Kreuzbild auf- gestellt hat, gab der «Lochgaß- Schimmel» sein mitternächtliches Umherirren auf.Der Lochgass- Schimmel von Prof. Josef Seger, Wien
	        

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