Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Der Wandel von Eigentum am Boden 
Durch die Aufteilung der fraglichen Auen und Riede ergäbe sich neben 
Vorteilen für den einzelnen Bürgerhaushalt ein beträchtlicher Zuwachs 
an Neugutschilling®! und an Novalzehnten®? fiir das Arar.®’ 
Gesetzgebung und Verfassung 
zum Eigentum am Boden 
Im 19. Jahrhundert wurde das Eigentum am Gemeingut durch Gesetze 
und Verfassung wesentlich betroffen. Die Steuerverordnung von 1807 
unterwarf alles unbewegliche Vermögen innerhalb der Landesgrenzen 
der «gewöhnlichen und permanenten Steuer». Nur die «fürstlichen 
Cameral-Güter» waren davon ausgenommen. Bislang steuerfrei gewe- 
sene «Privat- oder geistliche oder Fremden gehörige Güter», ebenso «die 
Pfarrgüter, Gemeinde-Waldungen und Gemeinde-Alpen und überhaupt 
Besitzungen der Gemeinden» wurden für steuerpflichtig erklärt.* In 
einem Inspektionsbericht wurde vorgeschlagen, geteiltes Gemeingut als 
erbliches, von den Häusern untrennbares Gut zu erklären. Den Gemein- 
den erwachse dadurch kein Nachteil, weil die Teilung in gleichen Antei- 
len geschehen sei und «die einzelnen Glieder das Ganze der Gemeinden» 
ausmachten.® Den Gemeinden sollte von Amtes wegen auferlegt wer- 
den, jedes Jahr eine vorgeschriebene Strecke an «Neugereutsgründen» 
(Gemeindsteilen) urbar zu machen. Der zu leistende «Neugutschilling» 
(Neugereutzins) könnte vorübergehend nachgesehen werden.‘ Der Be- 
richt verweist auf die zu entwässernden Riede, die als sogenannte «Ge- 
meinheit» keinen «direkten Eigentümer» hätten. Die Teilung der Ge- 
81 Für jeden der im Jahr 1806 eingelegten 184 Gemeindsteile waren jährlich 30 Kreu- 
zer an Neugereutzins oder Neugutschilling in die Rentkasse zu zahlen (siehe Die 
Landesbeschreibung des Landvogts Josef Schuppler, S. 335). 
82 Vom Ernteertrag auf dem gerodeten, neu gewonnenen Kulturland (= Neugereut) 
war der sogenannte Noval- oder Neuzehnt abzuliefern. Den Novalzehnten teilten 
sich das fürstliche Rentamt und das Domkapitel Chur. 
83 LILA, RA 33/32/1, Stellungnahme von Landvogt Franz Xaver Menzinger an die 
Hofkanzlei in Wien im Gemeindebodenstreit von Vaduz, 1. März 1805. 
84 LILA, SgRV 1807, Steuerverordnung fiir das souverine Fiirstenthum Liechtenstein, 
22. April 1807, § 2 und 3. 
85 Der Lokalisierungs-Bericht von Hofrat Georg Hauer, S. 84. 
86  Ebenda, S. 100-101. 
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