Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Der Wandel von Eigentum am Boden 
erstellt. Als Teilungsschlüssel diente die Zahl der nutzungsberechtigten 
Haushaltungen, 146 % für Schaan, 127 für Vaduz. In diesem Verhältnis 
wurden Auen, Wiesen und Riede unter sowie Weidgang und Wälder ob 
der Landstrasse, insgesamt etwa 1260 ha Boden, nach Schätzwert aufge- 
teilt. Vaduz erhielt in der Talebene die Auen vom Neuguet bis ins Möli- 
holz (circa 93 ha), nördlich anschliessend dem Rhein nach bis unter die 
Schaaner Häuser einen Teil der sogenannten Maienwiesen und der 
Schweizer Wiesen (circa 47 ha)“ und des Rieds (circa 112 ha). Oberhalb 
der Landstrasse entfielen auf Vaduz circa 212 ha an Wäldern und Weid- 
gang.® So kam die Teilung des Gemeinguts zustande und ein Vaduzer 
Gemeindeterritorium wurde geschatfen. 
Um 1800 war Eigentum am Gemeingut nach wie vor gespalten in 
Obereigentum der Landesherrschaft und Nutz- oder Untereigentum der 
Gemeinde respektive Gemeindsleute. Die Vermessung der Güter, die 
Herausbildung eines Gemeindeterritoriums und die intensivierte lang- 
tristige private Nutzung der Gemeindsteile liessen jedoch Nutzeigentum 
zusehends zu Volleigentum von Gemeinde und Privaten werden. Das 
Obereigentum der Landesherrschaft war anerkannt durch den zu leis- 
tenden Bodenzins. Zudem hingen verschiedene Abgaben und Dienst- 
leistungen (Fronen) mit dem Obereigentum am Land zusammen,® vor 
allem hoheitliche Rechte wie Jagd und Fischerei auf dem ganzen Terri- 
torium, der Forstbann,* das Holzschlagrecht in den Alpwildern, der 
Mihlzwang® und das Vogelmolken.® 
  
61 Es handelte sich um die sogenannten Trattwiesen in den heute «Auf den Wiesen» 
und «Pfaffenmahd» benannten Fluren. In diesem Gebiet ist auch die 1704 zu Ge- 
meindsteilen eingelegte Au zu lokalisieren. 
62 Mit Weidgang war hauptsächlich die Allmend Ebaholz gemeint. 
63 Siehe dazu Alois Niederstitter, «Feudallasten», in: HLFL, S. 223-224; Alois Nie- 
derstitter, «Fronen (Frondienste)», in: HLFL, S. 256; Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, 
S. 103-107. 
64 Die Herrschaft hatte den Forstbann (Forsthoheit) inne und konnte die Holzung be- 
schrinken. 
65 Es herrschte Mühlzwang, das heisst, die Untertanen waren an die herrschaftlichen 
Mühlen und Hanfreiben gebunden. Diese wiederum waren als Lehen vergeben und 
zahlten Zinsen in die Rentkasse. 
66 Die Landesherrschaft bezog von den Kuhalpen das sogenannte Vogelmolken, den 
Molkenertrag eines Tages in Form von Butter und Käse. 
53
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.