Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Historikerkommissionen 
der Staat Liechtenstein» sowie «Bodenreform» vorbereitet. Für diese 
Projekte hatte man bereits Forscher kontaktiert.” Von tschechischer 
Seite lagen noch keine vergleichbaren Ideen vor: Man ging davon aus, 
dass verschiedene Themen in Form von Dissertationen oder Diplomar- 
beiten angegangen werden könnten. Auf eine aus wissenschaftlicher 
Sicht erwünschte Ausschreibung der Forschungsaufträge wurde ver- 
zichtet. 
Die Geschäftsordnung bestimmte, dass die Forschungsprojekte «in 
der Regel» von kommissionsexternen Forschern und Forscherinnen und 
nicht von Kommissionsmitgliedern durchgeführt werden sollten. Auf- 
gabe der Kommissionsmitglieder war es, die Forschungsarbeiten zu 
begleiten und zu begutachten.” 
Die Kommission schaffte es, die beschlossenen Projekte (mit weni- 
gen Abweichungen vom ursprünglichen Plan)” innerhalb der vorgese- 
henen Zeit zu realisieren. Die Ergebnisse wurden zeitgerecht in acht 
Bänden publiziert. Die Bände 1 bis 4 enthalten die an den Tagungen 
gehaltenen Referate, die Bände 5 bis 7 die von Liechtenstein in Auftrag 
gegebenen sechs Forschungsprojekte und der achte Band den Synthese- 
bericht, der besonders lesenswert ist. Er enthält weit mehr als nur eine 
Zusammenfassung der Bände 1 bis 7: Darin wird versucht, die Erkennt- 
nisse einzuordnen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Speziell zu erwäh- 
nen ist die Gegenüberstellung der rechtlichen Argumente und Gegenar- 
gumente zur Enteignung des liechtensteinischen Besitzes, in der die 
unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Seiten in didaktisch gelunge- 
ner Weise dargestellt werden.” 
Die Bände 1 bis 4 und Band 8 erschienen auf Deutsch und Tsche- 
chisch, die Bände 5 bis 7 nur auf Deutsch. Die Nicht-Übersetzung wur- 
de nicht öffentlich begründet, es dürfte aber damit zusammenhängen, 
dass die Bände 5 bis 7 «liechtensteinlastig» sind. Im Zentrum des Inte- 
93 «Qualifizierte Forschungspersonen, mit denen unverbindlich Kontakt aufgenom- 
men ist, stehen in Aussicht.», siehe ebenda, S. 28. 
94 Art. 2 lit. b der Geschäftsordnung. Siehe Geschäftsordnung der Liechtensteinisch- 
Tschechischen Historikerkommission vom 16. Dezember 2010, abgedruckt bei 
Marxer, Beziehungen Liechtensteins zur Tschechoslowakei, S. 240-243, hier S. 240. 
95 Die fünfte Tagung zum Thema «Ergebnisse» wurde nicht mehr organisiert und das 
Projekt «20. Jahrhundert» wurde in drei Teilprojekte aufgeteilt. 
9% Geiger u.a., Synthesebericht, S. 162-167. 
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