Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Wissenschaftsfreiheit und Persönlichkeitsschutz 
Bei mehr als 2000 erhobenen Familiennamen in Liechtenstein liegt es auf 
der Hand, dass nur der kleinere Teil von ihnen zu den noch heute als ein- 
heimisch geltenden Namen zählt. Viele der in den Quellen erfassten alt- 
einheimischen Namen sind ausgestorben und im Bewusstsein der heuti- 
gen Landesbewohner meist nicht mehr präsent; andere Geschlechter 
wieder waren, wie eben gezeigt, nur als Hintersassen, auch bloss als 
Durchreisende oder kurzfristig im Land sich Aufhaltende erfasst wor- 
den. Einige dieser Namen leben allerdings in der Umgebung Liechten- 
steins, wo sie ebenfalls von alters her heimisch waren, bis heute weiter 
und bezeugen augenfällig, wie sehr die Liechtensteiner Personennamen 
in die Namenlandschaft der Region eingebettet sind, als Erbstücke einer 
gemeinsamen älteren Geschichte und Kulturgeschichte. 
Die zeitliche Obergrenze für die Erfassung der Familiennamen war 
ursprünglich auf 1950 festgesetzt worden. Im Bürgerverzeichnis 1990 
sind jedoch für die Zeit von 1950 bis 1990 die Namen von nicht weniger 
als rund 800 neu eingebürgerten Geschlechtern aufgelistet.” Im Interesse 
einer noch aktuelleren Aufarbeitung des Liechtensteiner Namenbuches 
fiel der Entscheid, diese zusätzlich in das Projekt mit aufzunehmen.'° 
Vornamen 
Auch die Vornamen des Landes (einschliesslich der Patrozinien oder 
Heiligennamen) wurden aus sehr verschiedenen Quellen in möglichster 
Vollständigkeit zusammengetragen. Da ist zunächst das umfangreiche 
historische Material aus den Archiven des Landes und der Gemeinden. 
Dann lieferte die Erfassung der Ruf- und Sippschaftsnamen durch direk- 
te Abfrage bei Gewährspersonen auch für die Kategorie der Vornamen 
überaus reiches Material, namentlich im Bereich der spezifisch mundart- 
lichen Formen (Ruf- und Kurzformen, Kose- und Distanzformen). 
Siehe Liechtensteinische Volkszählung 1990, Bd. 2: Familiennamen. 
10 Dies gilt allerdings mit gewissen Einschränkungen: Angesichts der nun von immer 
weiter her und aus den unterschiedlichsten Sprach- und Kulturräumen kommenden 
Menschen blieb die Ausstattung dieser jüngsten Namengruppe durchwegs einfa- 
cher, und eine historische Verortung der Namen war im gegebenen Rahmen nicht 
stets möglich. So musste im Fall von Fremdnamen die (ganz anderswo zu suchende) 
sprachliche Deutung vielfach weggelassen werden. 
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