Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Der Wandel von Eigentum am Boden 
und zum Anteil an Frondiensten, Zinsen und Abgaben. Grundbesitz 
war verknüpft mit Herrschaft in unterschiedlicher Intensität. Stark aus- 
geprägtes herrschaftliches Obereigentum konnte bäuerliches Nutzeigen- 
tum schwächen, ausgeweitetes Nutzungsrecht des Lehenbauern oder 
der dörflichen Genossenschaft konnte Obereigentum der Herrschaft 
zurückdrängen. 
Formen von Eigentum am Boden in Vaduz? 
Herreneigentum, Herrengut 
Ein bedeutender Teil des Ortsgebiets von Vaduz war Herreneigentum. 
Vaduz war seit dem Spätmittelalter Sitz der jeweiligen Landesherren. Sie 
waren hier auch Grundherren und hatten umfangreichen Bodenbesitz. 
Er umfasste im Süden die Meierhofwiesen und Rüttigründe am Rand des 
Schwefelwaldes, die sich oberhalb der Rheinebene und Landstrasse 
hinunter bis an die Spania ausdehnten. Weiter nach Norden gehörten 
dazu das Spaniagut, die Kirchen- und Kaplaneigründe, das Amtsquartier 
ım Städıli, gleich wie die darüber liegenden Schlossgüter. Die Wälder am 
Berghang vom Meierhof bis zum Altabach hinauf nach Triesenberg 
waren Herreneigentum. Dazu zählten ausserdem der grosse Bock-Wein- 
garten (Herawingert), das Haberfeld und weitere Grundstücke sowie 
schliesslich das Möliholz samt Wasserwerken (Mühlen, Sägen und ande- 
res). Die angeführten Gründe standen als Eigengut über Jahrhunderte in 
herrschaftlicher Verfügungsgewalt und Bewirtschaftung. Sie waren alle 
  
2 Siehe dazu Ospelt, Landwirtschaft, S. 48-57, insbesondere die Karte «Herrengut, 
Gemeingut, Privatgut» auf S. 50-51, die auch in diesem Beitrag wiedergegeben ist 
(Abbildung 1). — Rechte und Eigentum der Landesherrschaft in Vaduz sind seit etwa 
1500 in Besitzverzeichnissen, den sogenannten Urbarien, detailliert aufgeführt. 
Siche: Brandisisches Urbar (1505-1510), in: LUB 1/4, S. 263, 266-267, 273, 276-278, 
314-315, 319-324; Sulzisch-Hohenemsisches Urbar (1617/1619), in: LUB 1/4, 
S. 334-335, 339-340, 355-360, 358-359, 408-409, 421-423. Ausfiihrlich beschrie- 
ben wurden sie im Jahr 1815 von Landvogt Josef Schuppler (siehe: Die Landesbe- 
schreibung des Landvogts Josef Schuppler). Zum Eigentum der fiirstlichen Domine 
siche auch Kraetzl, Giiterbesitz. 
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