Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Martina Sochin D’Elia 
Verbindung. Eine solche Partnerschaft ist auch Konzessionen zugäng- 
lich [...] und es darf deshalb erwartet werden, dass auch in Zukunft der 
gute Wille vorhanden sein wird, anstehende Probleme im Geiste der 
Freundschaft und mit Rücksicht auf die Interessenslage des anderen zu 
lösen. Dass sich dabei vornehmlich der kleinere Vertragspartner durch 
die Fähigkeit der Anpassung auszuzeichnen hat, ergibt sich aus dem 
Grössenverhältnis der beiden Staaten.»“ 
Fazit: Identifikation und Legitimationsgrundlage 
Liechtenstein hat sich der Zollvertragsjubiläen bedient, um an den 
Beginn der besonders engen Beziehungen wie auch an die seither zusam- 
men mit der Schweiz erlebte Geschichte zu erinnern. An den offiziellen, 
von der liechtensteinischen Regierung organisierten Jubiläumsfeierlich- 
keiten kamen alle Merkmale eines Jubiläums als eines «Denkmals in der 
Zeit» zur Geltung. 
Zum einen bezweckten die Jubiläen, eine gemeinsame, zwischen- 
staatliche Identität zu stiften. Diese Funktion war zumindest in den 
Anfangsjahren aber noch stark auf der innenpolitischen Ebene angesie- 
delt. Man erinnerte sich an die wirtschaftlich schwierige Zeit nach dem 
Ersten Weltkrieg, von der Loslösung Österreichs bis zur Hinwendung 
an die Schweiz, und an die letztendlich richtige Entscheidung der Zoll- 
vertragsbefürworter und wies darauf hin, dass der Zollvertrag sich 
bewährt habe. Eine identitätsstiftende Funktion sollten die Jubiläen aber 
auch auf zwischenstaatlicher Ebene erfüllen, indem an den Jubiläen stets 
die mit der Schweiz vorhandenen Gemeinsamkeiten betont, die teilweise 
heftigen Auseinandersetzungen aber ausgespart wurden, um damit auf 
eine gemeinsame, dauerhafte Zukunft hinzuarbeiten. 
Zum anderen fungierten die Jubiläen als nachträglich bekräftigende 
Legitimationsgrundlage für den Abschluss des Zollvertrags, da er sich 
für den erfolgreichen Werdegang Liechtensteins als richtig erwiesen 
habe. Ein Beispiel aus dem Jahr 1953 anlässlich des 30-jährigen Zollver- 
tragsjubiläums sei hier angeführt: «Aber wir müssen dankbar anerken- 
  
64 Karlheinz Ritter, Gegenseitige Rücksichtnahme und wechselseitiges Verständnis, in: 
Liechtensteiner Vaterland, 11. September 1973, S. 2-5, hier S. 4. 
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