Volltext: Geschichte erforschen - Geschichte vermitteln

Die kommunale Kirchenfinanzierung 
«Gesamtpfrundeinkommen von mehr als 600 Gulden» bezog.” Nicht 
zu übersehen ist, dass das Kirchenvermögen und auch die Bau- und 
Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kultusgebäuden nach und nach 
als weltliche Angelegenheiten der Kirche verstanden wurden, für die der 
Staat das Recht zu eigener Gesetzgebung beanspruchte. So transformiert 
beispielsweise das Gesetz über die Regelung der Baukonkurrenzpflicht 
bet Kirchen- und Pfrundbauten® das Patronatsrecht ins staatliche 
Recht.“ Dabei stand aus der Sicht des staatlichen Gesetzgebers und 
damit der Gemeinden nicht so sehr die Frage des Eigentums als vielmehr 
der Zugriff auf die Verwaltung des kirchlichen Vermögens im Vorder- 
grund, um selber die Kontrolle ausüben zu können, da die Gemeinden 
der Kirche gegenüber im Falle finanzieller Not in der Pflicht standen.” 
Das staatliche beziehungsweise kommunale Aufsichtsrecht über 
das kirchliche Vermögen entspricht einer Auffassung, die auf der staatli- 
chen Kirchenhoheit gründet, wonach das Kirchenvermögen als öffentli- 
ches Zweckvermögen der Fürsorge des Staates beziehungsweise der 
Gemeinde bedarf.> 
Staatliche Kongruaregelung als kommunale 
Ergidnzungsleistungen 
Begriff der Kongrua 
Die Kongrua bezeichnet das zum Lebensunterhalt eines Geistlichen not- 
wendige Mindesteinkommen aus den Ertrignissen eines bepfrindeten 
Kirchenamts. Man spricht in der staatskirchenrechtlichen Bedeutung 
vom standesgemassen Mindesteinkommen.”” Es geht hier um die finan- 
  
52 So § 4 Gemeindegesetz 1864, LGBl. 1864 Nr. 4. Siche auch Ospelt, Plarrei — Ge- 
meinde — Pfarrgemeinde, S. 125. 
53 Siehe Anm. 23. Art. 5 Abs. 2 lit. g Gemeindegesetz 1959, LGBl. 1960 Nr. 2, spricht 
von «Pfrundbauten» anstelle von «Pfrundbaulichkeiten». 
54 In Anlehnung an Lecheler, Gegenstand, S. 218; siehe auch Schidler, Thitigkeit, 
S. 144. 
55 Siehe Cavelti, Eigentümer, S. 302. 
56 Siehe Busch, Vermögensverwaltung, S. 957, unter Hinweis auf Ebers, Staat und Kir- 
che, S. 374 mit Bezug auf die Korrelatentheorie. 
57 Siehe Kalb, Kongrua, S. 588. 
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