Volltext: Wahlverhalten und Wahlmotive im Fürstentum Liechtenstein

Abgrenzung der Untersuchung 1.3 Abgrenzung der Untersuchung 1.3.1 Landtagswahl im Mittelpunkt In Liechtenstein existieren nur zwei politische Ebenen: die Gemeinde- und die Landesebene. Auf Landesebene, also bei nationalen Wahlen, wird der Landtag (Parlament) gewählt. Die Mandatsdauer beträgt vier Jahre. Die Regierung wird nicht vom Volk direkt gewählt, sondern auf Vorschlag des Landtages vom Landesfürsten ernannt. Auf Gemeinde­ ebene, also bei kommunalen Wahlen, werden der Gemeinderat (Ge­ meindeparlament), der Vorsteher bzw. Bürgermeister,24 die Mitglieder der Gemeindesteuerkommission, die Geschäftsprüfungskommission und die Vermittler gewählt. Die Mandatsdauer beträgt ebenfalls vier Jah­ re. Im Unterschied zur indirekten Wahl der Regierung werden die Vor­ steher also direkt gewählt. Es kann daher vorkommen, dass der Vorste­ her einer anderen Partei angehört als die Mehrheit des Gemeinderates.25 In der vorliegenden Arbeit konzentrieren wir uns auf die Landes­ ebene. Es ist anzunehmen, dass sich das Wahlverhalten auf Landes- und Gemeindeebene weitgehend deckt. Insbesondere treue Parteigänger mit klarer Parteiaffinität wählen auf Landes- und auf Gemeindeebene die gleiche Partei. Es gibt aber logischerweise auch einen - hier nicht näher quantifizierten - Anteil im Elektorat, der die Wahlentscheidung von lokalpolitischen und personellen Fragen abhängig macht. Dies zeigt sich exemplarisch an der Tatsache, dass manche Vorsteher einer anderen Par­ tei angehören als die Mehrheit eines Gemeinderates. Es ist wahrschein­ lich, dass auf Gemeindeebene die Persönlichkeitswahl eine grössere Rolle spielt als auf Landesebene, da die Kandidatinnen und Kandidaten aus der gleichen Gemeinde wie die Wählerinnen und Wähler stammen und daher die persönliche Bekanntschaft - in positiver wie negativer Hinsicht - mehr zum Tragen kommt. 24 In allen Gemeinden ausser Vaduz wird der Gemeinderatsvorsitzende als Vorsteher bezeichnet. In Vaduz wird der Vorsteher Bürgermeister genannt. 25 Dies ist sogar relativ häufig und mit zunehmender Tendenz der Fall, wie die folgende Tabelle zeigt (insgesamt 11 Gemeinden): Jahr 1975 1979 1983 1987 1991 1995 1999 Vorsteher mit Minderheit im Gemeinderat 3 2 2 5 2 6 6 23
	        

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