Volltext: Skizzen zur Geschichte und Würdigung der St. Luzisteig

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ien Kanton Graubünden hindurch nach Ragaz-Sargans bringen. 
Die Fntfernung der östreichischen Grenze vom Schollberg beträgt 
nur 3 Hm. und bis Sargans 3 Km., von Martinsbruck oder Münster 
bis Maienfeld aber 3 Tagmärsche, auf welcher langen Strecke wir 
mehrere gute Zwischenstellungen vertheidigen und den Vormarsch 
des Gegners tage- und wochenlang aufhalten können, besonders 
wenn im Interesse der Landesvertheidigung resp. einer raschen 
Besetzung der Uebergänge eine normalspurige Eisenbahn von Land- 
quart oder Chur nach Davos oder Alveneubad gebaut würde. 
Will der Feind einen combinirten Angriff auf unser befestigtes 
Lager Luzisteig-Ragaz-Sargans-Schollberg von Nord und Süd zu- 
gleich inszeniren — und es ist kaum anzunehmen, dass ein vor- 
heriger einfacher Angriff auf die Nordseite allein reüssiren würde —, 
so haben wir also jedenfalls mehrere Tage Zeit, uns darauf gefasst 
zu machen und zu verstärken. Sehr wichtig ist, dass die zunächst 
bedrohtere und gefährlichere Nordfront Steig-Schollberg schon vom 
ersten Moment des Krieges an mit Erfolg vertheidigungsfähig ist, 
weil der Feind hier so rasch heran sein kann und nachher die 
Südfront Pfävers-Steig auch aufgehoben wäre. (In Feldkirch und 
Bregenz liegen zwar in gewöhnlichen Zeiten wenig Truppen, in 
Bregenz 1 kaiserliches Jäger-Bataillon; allein es würden voraus- 
sichtlich vor der Kriegserklärung resp. Verletzung der schweize- 
rischen Neutralität per Arlbergbahn rasch weitere Truppenkörper 
dorthin befördert.) 
So lange diese beiden Fronten von uns vertheidigt werden, 
kann keine Ostarmee, weder von Feldkirch noch von Münster 
oder Martinsbruck über Sargans nach Wesen-Zürich. Sie fragen 
sich vielleicht, ob denn die rückwärtige Stellung von Sargans 
allein nicht auch genügend widerstehen könnte? Einem vereinten 
Anprall von beiden Seiten gewiss nicht und es liegt in unserm 
hohen Interesse, den Feind möglichst schon an der dussersten 
Grenze aufzuhalten und zurückzuweisen, denn wir haben nicht so 
viel Hinterland zu verlieren; der schweizerische, zwischen Gott- 
hard und Brugg an der Reuss- und Limmatlinthlinie gelegene 
Zentralraum muss für uns das „Allerheiligste“ sein, in welches 
kein Feind treten darf, wenn wir nicht verloren sein wollen; wo 
wir unsere Denats von Vorräthen aller Art haben. Warum sollen 
wir nicht gerade da, wo es uns die Natur so nahe legt und er- 
leichtert, wie bei Luzisteig-Sargans-Pfävers, die Grenze als Haupt- 
vertheidigungslinie bis auf’s Aeusserste halten ? Entweder Steig-
	        

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