Volltext: Die Flechten (Lichenes) von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein

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Veberprüfung und Vergleichung durch andere Speecialforscher 
geboten wurde, Zahlreiche neue Arten, Varietäten und For- 
men, stets nach reiflichster Ueberlegung und meist unter 
Zugrundelegung der ausgegebenen Exsiccaten aufgestellt, giengen 
an der Hand eingehendster Kritik der älteren Materialen und 
Arbeiten daraus hervor, wozu hier insbesondere in Kürze 
auf das oben bei Wulfen, Floerke und Perktold Gesagte ver- 
wiesen werden mag, So stellen die „Lichenologischen Ausflüge“ 
and ebenso auch die zum grossen Theile hiehergehörigen 
„Lichenologischen Fragmente“ nicht bloss eine Riesenarbeit 
vom Gesichtspunkte der Landesdurchforschung, sondern auch 
einen Markstein in der Entwicklungsgeschichte der speciellen 
Flechtenkunde dar *). 
Die oben gemachte Andeutung über den Einfluss Arnolds auf 
die Thätigkeit anderer Forscher findet zunächst ihre Anwendung 
auf W. Nylander (1), einen der hervorragendsten Flechten- 
kenner aller Zeiten, in der Geschichte der Lichenologie haupt- 
sächlich epochemachend durch die Einführung chemischer Re- 
actionen, sowie durch die Verwertung der Gonidien und Spermatien 
als Unterscheidungsmerkmale, Die Bedeutung dieses Mannes, 
welcher von ihm zur Untersuchung sehr vieler kritischer 
Exemplare aus Tirol herangezogen wurde, für die hier be- 
handelte Flora hat Arnold selbst mit folgenden, Worten aus- 
gedrückt (4 XX. p. 386): 
„Ein bleibendes Verdienst um die Lichenenflora von Tirol 
hat sich Nylander erworben, Denn dieselbe steht, wie ich 
glaube, keineswegs isoliert da, sondern gleichwie Schaerer auf 
Grund seines Verkehres mit Acharius und El, Fries ein richtiges 
Bild der Flechten der Schweiz darbieten konnte, so hat auch 
Nylander, einer der Wenigen, welche das Herbarium von 
Acharius eingesehen haben, durch seine den Lichenen aus 
Tirol zugewendete Theilnahme die richtige Bestimmung so 
*) Ueber F. Arnold sind bisher folgende biographische Aufsätze 
erschienen: 1) Dalla Torre K. W. v. u. Sarnthein L. Graf von, 
Dr. Ferdinand Arnold in Bote für Tirol u. Vorarlberg 1901 Nr. 210; 
2) Holzner G., Dr. Ferdinand Arnold in Ber. bayer. bot. Ges. VIIL 
(1902) p. 16—24 (mit Bildnis); 3) Rehm H., Nachruf für den Licheno- 
iogen Dr. Ferdinand Arnold in Hedwigia XLI. Bd. 1902 pP. 72—79. 
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