Volltext: Die Pilze (Fungi) von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein

Polyporus 
An Stimmen verschiedener Laubbäume, 
V Feldkirch: an Laubholz bei Burg Siegberg (Rick 1 p. 20). 
I Innsbruck: im Hofgarten (Sarnth.), am Sonnenburger Hügel und 
Paschberg (Stolz !), daselbst auf einem Strunke von Alnus incana heim 
ersten aufgelassenen Steinbruche (Sarnth. !). 
D Galitzenklamm bei Lienz (Höhnel). 
R Valle Lagarina (Cob. 2 p. 18). 
26. (825.) P. vegetus Fr., Epier. (1838) p. 464. — Fr. p. 556. 
I Innsbruck: an einem sehr faulen Baumstrunke nahe der Wiltener 
Sillbrücke in einer dem P. applanatus_sehr nahestehenden Form 
(Sarnth.). 
27. (826.) P. Linharti Kalchbr. b. Linhart, Fungi hung. Cent. IL. 
(1884) Nr. 252 (von Ungarisch-Altenburg). 
Kalchbrenner sagt auf der Etikette Folgendes: „Die Art steht 
am nächsten zu P. australis Fries (Elenchus I. p. 108). Ich erhielt 
den ersten Pilz dieser Art vor etwa. zwei Decennien aus Tirol und 
bestimmte ihn nicht ohne schweres Bedenken als P, australis. 
E. Fries beruhigte mich durch die Versicherung, daß das Vorkommen 
tropischer Formen in unserer Gegend nicht ganz ungewöhnlich sei 
und daß er selbst P. australis aus Italien erhalten habe. Später 
erhielt ich Exemplare aus Salzburg und dem Wienerwald. Diese 
aber zeigten Abweichungen von einander. Einige hatten bräunliche, 
stellenweise lackierte Hüte und weißliche bis ledergelbe Poren- 
mündungen. Nun aber erhalte ich durch Sie [Linhart] die schöne 
Form mit lebhaft gelbrostfarbigem pulverigem Hut und dieser Tage 
ganz dieselbe Form aus unseren Karpathenwaldungen. Es scheint 
demnach, daß diese Art (P. australis) bei uns sich mehr und mehr 
aceclimatisierte, dabei einen von der Urform abweichenden Typus 
am und nun Anspruch hat, als eine_hesondere Art (P. Linharti) 
‚zu gelten.“ 
28. (827.) P. offieinalis (Vill.) Fr., Boletus offieinalis Vill. (1779), 
B. Larieis Jacq. (1781), B. Agaricum All., Fl. ped. IL (1785) p. 351, 
Agaricus albus Martius in Ber. 23. Vers. Naturf, Nürnberg (1845) 
p, 102, Agaricum Mattioli, Agaricum sive Fungus Laricis C. Bauhin, 
Phytopinax (1596) p. 375, Agarico ordinario offieinale di Larice 
Michen Nova pl. genera (1729) p. 119. — Fr. p. 555; Rbh. I p. 426 
Nr. 992. 
An Lärchenstämmen. 
E Am Brenner (F. Saut. b. Sarnth. 11 p. 475), daselbst in mächtigen 
Exemplaren (Karl Lantschner). 
P Im Gsieser Tale (Leithe 1 p. XX). 
D Bei Innichen (Magn.!); bei Lienz (Rauschenfels 3; F. Saut.!), 
N Val di Sole in riesigen Stücken (Bres. 2 p. 70). An Lärchen- 
stämmen im Nonsberge (Val di Non) schon von Mattioli gesammelt, 
Derselbe schreibt hierüber: „caeterum selectissimum Agaricum in 
larice provenit, nanque ipse quidem saepius in Ananiensibus montibus 
praestantissimum agaricum parva quadam securi a laricibus com- 
pluribus deieci emique saepius ab his, qui resinas colligunt“ (1 ed, 1565 
p- 106). „In Tridentinis tamen sylvis soli tantum larici innascitur . .., 
Equidem compertum habeo, omne fere agaricum, quod Venetlis
	        

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