Volltext: Statuten für die Alpgenossenschaften Gapfahl und Guschgfiel der Gemeinde Balzers

Einfließende Einkaufsgelder müssen entweder zur Kultivierung der 
Alpen und zur Instandhaltung der Alpgebäude verwendet oder fruchtbringend 
angelegt werden. 
S 39. 
Der dem Alter nach jüngere Alpvogt hat in jeder der beiden Alpge- 
nossenschaften zum Behufe der Rechnungslegung ein Tagebuch über die vor 
kommenden Einnahmen und Ausgaben, dann ein Hauptbuch zu führen, in 
welchem für jedes Genossenschaftsmitglied alphabetisch eine eigene Blattseite 
zu eröffnen ist und in welchem jedem Alpgenossen dessen Schuldigkeiten und 
die von ihm hierauf geleisteten Zahlungen mit Bezug auf die Blattseite des 
Tagebuches, wo sie vorkommen, einzutragen sind. 
8 40. 
Die Alprechnung ist jährlich bis längstens Ende Dezember dem Aus- 
schusse zur Prüfung zu übergeben. 
Nach erfolgter Adjustierung der Jahresrechnung bleibt es die weitere 
Pflicht der Alpvögte mit jedem Genossenschaft8-Mitgliede abzurechnen und ihm 
einen Auszug aus der vorgeschriebenen Jahresguthabung oder Schuldigkeit 
einzuhändigen. 
Die Einsicht in die Genossenschaftsrechnung darf keinem Alpgenossen 
verweigert werden. | 
Ausständige Genossenschaft5Sbeiträge sind durch die Alpvögte rechtzeitig 
bei den betreffenden Mitgliedern einzumahnen und nach fruchtlos verstrichener 
Einmahnung beim Landgerichte einzuklagen. 
8 41. 
In der Verpflichtung der Alpvögte ist es gelegen : 
alljährlich im Monate Mai das Vieh“ der“Genossen, welches im lau- 
fenden Jahre auf die Alpen aufgetrieben werden soll, zu verzeichnen ; 
ordentliche Hirten und Sennen aufzudingen ; 
für zwe>mäßige Sennerei-Einrichtung, sowie für den Unterhalt der Alp- 
gebäulichkeiten zu sorgen ; 
die Alpauffahrt zu bestimmen ; 
alle auf den Alpen notwendigen Arbeiten anzuordnen und. das Arbeits- 
personal in der Ausführung derselben zu überwachen ; 
die Alpbediensteten bei der Erfüllung ihrer Obliegenheiten zu beaufsichtigen ; 
das erzeugte Molken im Verhältnisse der erhaltenen Milch unter die 
Alpgenossen zu verteilen ; 
die rechtzeitige Beischaffung der Lebensmittel für die Alpknechte einzuleiten ; 
das Grasmiet und die Alpwirtschaftskosten nach Vorschrift auf die ein- 
zelnen Genossenschaftsmitglieder zu verteilen. 
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Durch diese Statuten, welche mit dem Alpbriefe vom 15. Jänner 1781 
im wesentlichen im Einklange stehen, werden die biSher bestandenen und hie- 
von abweichenden Uebungen außer Wirksamkeit gesetzt. 
ZL 576/Reg. ex. 1865. 
Vorstehende Statuten werden genehmigt. 
Fürfstl. Liechtenst. Regierung. 
Vaduz, am 18. Juni 1865. 
(Ju. S3) v. Hausen m. p.
	        

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