Volltext: Der Schwabenkrieg

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Sobald Heinrich Wolleb zu der ersten Anhöhe kam , stieg er vom Pferde, siel mit 
feiner Schaar auf die Kniee, und erhob sic<, zum Steigen, von einer gähern Flue zur andern, 
sie anzuführen. = Als sie nun endlich den Gipfel erreicht, und die denselben vertheidigenden 
300 Mann bereits Bergäbwärts getrieben hatten , geriethen sie mit dem Stählernen Hau- 
fen in ein hartnäckiges Handgemenge, bis die zwey vordersten Glieder dieser Bergknoppen 
erlegt waren, die übrigen gegen die Verschanzung sich zurüzogen, welche aber bereits einge- 
nommen sich befand, so daß die Fliehenden in die Schweizerischen Spiesse rannten, und kaum 
200 derselben sich retten konnten 87). Nachdem nun alle Eidsgenossen sich vereinigt, und 
den Berg überstiegen hatten, über welchen die Straße nach Frastenz führte, mußten ihre 
Gegner auf vas rechte Ufer der Ill sich zurückziehen, woselbst deren in Schlachten ergrauter 
Heerführer: Burkhard von Knörringen, in einer vortheilhaften Stellung die Eidsge- 
nosfen erwarten wollte, die Kampflust seines Kriegsvolkes jedoch nicht zu bemeistern verz 
mochte, welches über den Fluß seßte, und, aller Warnung ungeachtet , um die Eidsgenossen 
anzugreifen , Bergan stürmte. =- Nach Heinrich Wolleb's kriegskundigem Befehle warteten 
die Eidsgenossen, bis die auf den Flügeln vertheilten , feindlichen Schüßen beyderseits ihre 
Schüsse abgefeuert hatten, um, unter Wolleb's Anführung, auf die Feinde einzudringen, 
welcher , obschon bereits. durch einen Schuß am Halse verwundet, nebst einem der Seinigen, 
als ein zweyter Winkelried, die feindlichen Spiesse unterlief, die sie mit ihren Hellebarden 
emporhoben , dadurch den Eidsgenossen das Eindringen möglich machten , zugleich aber auch 
den Heldentod für's Vaterland starben 28). 
Burgundischen Kriege für sein Baterland gekämpft, 4494 den Französischen Zug nach Neapel mitge- 
macht, und 1495, zu Abhaltung des Einfalls der Spanier, 3000 Eidsgenossen nach Perpignan geführt. 
HEI LEU NIN 5700 5745 
57) Nach einem andern Berichte wurden jene Verschanzungen gegen den Andrang der Schweizer 
aufs Tapferste vertheidigt , so daß es den Leitern unmöglich ward , durchzubrechen , (fo daß solche 
mithin nur , mittelst der Umgehung , eingenommen worden wären). 
B. Pirkheimers Sc<hweizerkrieg dur< Ernst Münc. S. 140. 
. 58) I. C. Zellweger 11, 271. B. Pirkheimer d. E. Mün 142. -- Nach andern 
Berichten (H. H. Füßli, S<wetz. Mus. v. 1787. H. V1l. 626. V. Anselm Il. 327) 
empfing Heinrich Wolleb die tödtliche Wunde, während er die Andern abhielt, aufzustehen, 
und allein noch aufrecht blieb. =- Um seinen Verlust zu erseßen, eilte der tapfere Freyherr von Sax 
in die vordersten Reihen, Die Soldaten drängten ihn aber zurück, um, in ihm, nicht abermahls 
einen geliebten Hauptmann zu verlieren. I. C. Zellweger Il. 271.
	        

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