Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

nicht in das Privateigenthum übergegangenen Boden be- 
weist; und dass dieses Nutzungsrecht als an dem Grund- 
besitz haftend (als dinglich) betrachtet wurde, lässt 
sich aus der Unterscheidung zwischen Gemeinde (com. 
munis) und Nachbaren- erkennen, indem jene als Mit- 
pächterin auftritt, letztere aber ihre Einwilligung zur 
Mitbenutzung der Allmend und der, gewissermassen als 
Bestandtheile derselben aufgefassten Strassen und Gewässer 
geben. 
Diese Urkunde zeigt aber auch, dass die Gemeinde 
Poschiavo, da sie als mitvertragschliessender Theil auftritt, 
damals schon einen ansehnlichen Grad communaler Ent- 
wicklung erlangt haben müsse, welche ohne Zweifel zwar 
zunächst auf der alten Kirchgemeinde, sodann aber 
auch auf einer früh ausgebildeten Nutzungsgenossenschaft 
beruhte. 
Obwohl Egino v. Matsch sich in obiger Verpachtung 
der Poschiaver Erzeruben nicht als Vasall des Bischofs von 
Cur zu erkennen gibt, so erhellt doch aus einer Urkunde 
von 12841), dass er seine dortigen hoheitlichen Rechte nur 
von Letzterem ableiten konnte. 
Nachdem nämlich in einer Theilung, welche Vogt Egino 
v. Matsch (wahrscheinlich Sohn des Obigen) mit seinem in 
Mazzo (Valtellin) niedergelassenen Vetter Egidius (de 
Venosta) vornahm, dem Letzteren zwei, dem Ersteren aber 
ein Drittel des Poschiaver Lehens zugetroffen hatten®), 
kam FE gidiws-ae Venosta beim Bischof von Cur (1284) 
um die bezügliche Investitur ein. Nun belehnte der Bischof 
den Egidius v. Matsch (de Amasia de Venosta) «mit 
Genossenschaft von Grundbesitzern zur gemeinschaftlichen Benutzung 
von Wald und Weide. Auch in Urkunden kommt diese Bezeichnung 
vielfach vor. 
1) Möhr, Cod. IL. n. 24 (Abschrift). 
2, Ladurner, die Vögte v. Matsch, a. a. O. Seite 288 und 
Quadrio, dissert., I, S. 256. 
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