Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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Den Grund zu diesen Besitzungen und Herrschafts- 
rechten legten die drei grossen bischöflichen Meyerhöfe 
Scharans, Almens und Tomils. 
Den Hof Scharans besass das Bisthum schon im 
Jahr 857.!) Der Hof Almens (Luminins) wurde ihm durch 
König Heinrich V. im Jahr 926 geschenkt.?) Der Hof To- 
mils dagegen erscheint erst im Jahr 1275 bei dem Anlass, 
als er vom Bischof Konrad dem Freiherrn Walther von Vatz 
als Leibgeding überlassen wurde.?) Da jedoch dieser Hof 
von dort an mit der Vatzischen und sodann Werdenbergi- 
schen Herrschaft Ortenstein, welche bis zum Rietbach 
(bei Rotels) reichte,“‘) vereinigt blieb, so übergehe ich ihn 
an dieser Stelle. 
Ma die beiden Meyerhöfe Almens und Scharans 
sehr belangreich waren — warfen doch ersterer 300 Mutt 
Getreide und 135 Käse, und letzterer 400 Mutt Getreide 
und 195 Käse ab — so ist nicht zu bezweifeln,‘ dass das 
Bisthum hier schon sehr früh seine Grundherrlichkeit zu 
einer das ganze Gebiet dieser beiden Gemeinden umfassen- 
den Territorialherrlichkeit erweiterte®) und dass 
daher auch schon bald nach dem Zrlöschen der oberräti- 
schen Grafschaft die in diesem Gebiete sesshaften freien 
1) Mohr; Codi/1, mn. 20 
?) Mohr, Cod. I, n. 41. Diese Schenkung erfolgte zwar zu- 
nächst nur persönlich an Bischof Waldo, allein der Hof blieb 
doch beim—Bisthum (s. bischöfl. Urbar vom XT. Jahrhundert in 
Planta, d. alte Rätien, Beil. X). 
3) Mohr, Cod. TI, n. 277, 
4%) Dass der Rietbach die Grenze bildete, erhellt aus dem Spruch 
zwischen dem Bischof und dem Grafen Jörg von Werdenberg von 
1471 betreffend lie «hohen Gerichte im Domleschg» (Urk. im Archiv 
von Tomils). 
5) Im Jahr 1421 erscheint der Bischof im Besitze der Jagd und 
Fischerei in diesem Theile des Domleschg, namentlich auch des 
« Fächerschlagens im Rhein» (Urk. von 1421 in Tschudi, Chron. 11, 
S. 1492). 
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