Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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zugekommenen Leute», welche Walser hiessen (folg- 
lich Deutsche waren) und vorzugsweise das hochgelegene 
Alpenthal Flix bewohnten, dieser bischöflichen Judikatur 
unterworfen, ‘) wie solches die entwickelte Territorial- 
herrschaft von selbst mit sich brachte. 
Wie gross die Zahl der bischöflichen Leibeigenen auf 
den vier Meyerhöfen Praden, Salux, Reams und Schwei- 
ningen war und wie weit sich die Unfreiheit auch über die 
übrige Bevölkerung ausgebreitet hatte, lässt sich nicht er- 
mitteln; jedenfalls waren aber die « Walser » persönlich 
freie Leute. 
Ueber das Recht, welches in diesen Landschaften noch 
zu Ende des X.V. Jahrhunderts hinsichtlich der Leibeige- 
nen galt, gibt das Güterverzeichniss des Hospizes St. Peter 
interessante Aufschlüsse. Darnach war nämlich «das lie- 
gende Gut», welches ein «ohne Leibeserben» ver- 
storbener « Eigenmann » hinterliess, « gänzlich dem Gottes- 
haus (St. Peter) verfallen » und ebenso verfiel demselben 
alles «liegende Gut» einer Weibsperson, welche sich 
auswärts verehelichte und «dem Gotteshaus nicht wie die 
andern (Leibeigenen) dienen will ».°) ‚Grundsätzlich gehörte 
nämlich nicht nur der Leibeigene, sondern auch dessen 
ganzes bewegliches und unbewegliches Besitzthum dem 
Herrn. ®) Allmälig‘ wurde aber den Deszendenten (Kindern, 
1) «es ‚sigent Walchen oder Waliser ‚oder ‚wer in dem Kreisen 
gesessen ist». (Obige Zusammenstellung der bischöfl. Beam- 
tungen). Ferner: Urtheil von 1545 zwischen den « Walen», welche 
zwar Güter auf Flix haben, aber nicht dort wohnen, und denen, «die 
da beständig hausen auf Flix und die man nennet die Walser» (Urk. 
bei der Familie Peterelli, mitgetheilt von Prof, Brügger). Noch 
jetzt verrathen die deutschen Namen der letzteren ihre deutsche Ab- 
kunft. 
?) An Leibeigenen von St. Peter werden in diesem Urbar nur 
neun Individuen aufgezählt. 
3) So hatte das Hospiz St. Peter noch im Jahr 1280 eine Leib- 
eigene gekauft «cum ommibus suis rebus terretoriis et non terretorlis. 
mobilibus et immobilibus » (Urbar von 1390). 
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