Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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Nachdem die Grafen von Werdenberg-Sargans auch in 
den Besitz der an Lags angrenzenden Herrschaft Löw en- 
berg gelangt waren, scheinen sie, weil Langenberg zer- 
stört war, die Herrschaft Lags mit dieser vereinigt zu ha- 
ben! \, und ‚es mag vielleicht von daher rühren, dass später 
die Freien von Lags und die (zur Feste Löwenberg gehö- 
rende) Gemeinde Schleuis in Ausübung der Kriminal- 
justiz in so weit verbunden erscheinen , als sie einander 
hiezu gegenseitig richterlichen « Zuzug » gaben °). 
Indess lösten die Herzoge von Oesterreich diese, so wenig 
einträgliche ..Ierrschaft und herabgeminderte Grafschaft nie- 
mals ein, so dass (ein späterer) Graf Rudolf von Werdenberg- 
Sargans sich für berechtigt hielt, über dieselbe, als über 
sein Eigenthum, 1 verfügen, und im Jahr 1428 alle seine 
Rechte {namentlich hohes und niederes Gericht und Jagd- 
recht) den Freien von Lags (welche schon im Jahr 1424 
ohne Mitwirkung ıbres derrn dem grauen Bund beigetreten 
waren?) ) für 300 Goldgulden verkaufte *). Und sechs Jahre 
später. (1434) bestätigte Kaiser Sigmund diesen Verkauf 
und zwar ohne. der. österreichischen Pfandschaft zu er- 
wähnen. *) 
1) Bündniss v., 1395 in Mohr, Cod. IV. n. 195 (s. die einschlägi- 
gen Stellen auf S. 441, Nota 2). 
2) Sprecher; Pallas-R., S. 296. 
3) Es traten bei «Ammann u. die freien ob dem Flimser Wald», 
4) Urk. v. 1428 im; Archiv Lags («mit Gericht, Stock u. Galgen, 
Zwing und Bann, Schwebends, Fliessends u. Gejägd, mit allen Leuten, 
die dazu gehören... Gesuchtes und Ungesuchtes »). Oesterreichs 
wird hier gar nicht erwähnt. 
5) Urk. von 1434 (Dienstag nach dem Sonntag Oculi) im Archiv 
Lags. Angesichts dieser unzweifelhaft echten Originalurkunde ist 
es unerklärlich, wie der nämliche Kaiser wenige Wochen später 
(nämlich am 1. Mai 1434), zufolge des von Tschudi mitgetheilten 
Diploms (Chron. IT, S. 210) dem gleichen Grafen Rudolf v. Werden- 
berg-Sargans «die Grafschaft Langen berg genannt Lax mit 
dem Gericht und Hochgericht, mit dem Bann und aller Zubehörde» 
bestätigen konnte, und zwar mit dem Beifügen, dass sie eine « Pfand- 
schaft‘ von der Herrschaft von Oesterreich » sei.
	        

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