Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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Die Bildung einer eigenen Gerichtsgemeinde daselbst mochte, 
abgesehen vonder Abgelegenheit dieses Ortes, schon durch 
die dortige deutsche Kolonisation veranlasst worden sein. 
Denn: dass “bersaxen ursprünglich romanisch bevölkert 
sein musste, beweist schon dessen: \ orkommen (als könig- 
licher Meyerhof) im X. Jahrhundert‘), also zu einer Zeit, 
als die deutchen Einwanderungen in Oberrätien noch gar 
nicht begonnen hatten und die dort gestandenen Burgen?) 
deuten darauf hin, dass jene alte Bevölkerung grösstentheils 
aus denselben zugehörigen unfreien Kolonen bestanden haben 
möchte. — Wann aber, und wie die deutsche Kolonisation 
erfolgte, — ob etwa vermöge der Verschwägerung der rä- 
zünser Familie mit ‚den Herren von Raron in Wallis  — 
muss vollends dahin gestellt bleiben. 
Nachdem mit Georg von Räzüns im Jahr 1458 der 
Mannsstamm der Freiherren Brun erloschen war, kamen die 
räzünsischen Herrschaften theils auf den Grafen Jos. Nic. 
von Zollern, Schwestersohn des letztverstorbenen Frei- 
herrn Georg ?), theils auf die Gräfin Anna von Werdenberg- 
1) Urk. v. 966 in Mohr, Cod. I. n. 62. 
2) Sprecher, Pallas R., 8. 291 nennt als solche Moreck, Saxen- 
stein, Heidenberg, Schwarzenstein. Vielleicht gaben diese den noch 
jetzt bestehenden vier Gemeindefraktionen ihre Entstehung. 
3) Urk. v. 29. Sept. 1458 (im Staatsarchiv) wodurch Freiherr 
Georg v. Räzüns dem Grafen J. Nicol. v. Zollern an Zahlungsstatt 
für die Forderungen seiner Mutter St. Georgenberg, Uebersaxen 
und Urk. v. 1458 (im Staatsarchiv), wodurch die Gräfin Ursula v. 
Hohenberg, geb. v. Räzüns das von ihrem Bruder Georg v. Räzüns 
ihr zugefallene Erbe vor dem Hofgericht Rotweil ihrem Sohne Nicol. 
v. Zollern überlässt. 
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