Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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5) Im Jahr 1383 kauften‘ endlich‘ die Freiherren von 
Räzüns (um 800’ Mark)‘ von‘ den‘ Grafen von Werdenberg- 
Sargans die‘ Herrschaft Heinzenberg mit Tschapimna 
und Thusis, das Thal Safien und die Landschaft V als’), 
welche letztere Graf Rudolf von Werdenberg-Sargans (Ge- 
mahl der Ursula von Vatz) von den Herren von Montalt er- 
worben hatte.?) Obige Fırwerbungen wurden endlich im Jahr 
1385 noch durch den Kauf der Burg: Tagstein (bei Thusis) 
vervollständigt. 3) 
6) Beim Abschluss‘ des im Jahr 1424 errichteten obern 
oder grauen Bundes erscheinen zuerst auch die Gemeinden 
Tenna und Obersaxen (Uebersaxen) als den Herren von 
Räzüns zugehörig.‘) Wann und wie diese deutschen Ko- 
lonien räzünsisch wurden, erhellt aus den Quellen nicht. 
Was Tenna betrifft, so liegt dasselbe zwar hoch am 
Eingange in das Safıerthal, dass es aber dennoch nicht als 
zu diesem gehörig, sondern als besonderes «Gericht » auf- 
taucht, deutet darauf, dass diese deutsche Kolonie erst nach 
dem erwähnten Verkauf des Safıer-Thales an die Herren 
von Räzüns (1383) gegründet und demzufolge als eigenes 
Gericht konstituirt wurde; unter die Herrschaft von Räzüns 
aber mochten sie dadurch gekommen sein, dass das Ge- 
biet, auf welchem die Niederlassung stattfand, weil damals 
wol noch zu Safıen gehörig, als den Herren von Räzüns 
unterworfen betrachtet wurde. Schwieriger ist es, sich die 
räzünser Herrschaft über Obersaxen zu erklären. 
Ich finde hiefür eine Erklärung nur in der Annahme, 
dass die Lierren von Räzüns von dem Bisthum Cur den, einst 
königlichen Hof Uebersaxen (oder Suprasaxum s. 8. 160) 
erwarben und auf demselben ihre Herrschaft ausdehnten. 
') Urk. v. 1383 im Thurn- und Taxis’schen Archiv. 
?) Es erhellt. dies aus obiger Urkunde. 
') Urk. v. 1385 im Thurn- und Taxis’schen Archiv. 
4) Urk. v. 1424 im Staatsarchiv. 
Planta, die eurrätischen Herrschaften.
	        

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