Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

Usurpation einer‘ dem Kaiser allein zugestandenen Berech- 
tigung, wie sehr «Kaiser und Reich», in Oberrätien schon 
in Vergessenheit gerathen waren. 
Dass auch das Safıerthal ursprünglich: von. Romanen 
bewohnt war, beweisen unzweifelhaft die Namen seiner Ort- 
schaften: Camana, Zalöng, Gun, Salpenna, so wie 
der alte Name’ des Thales‘ «Stussavia».!) Auch sollen 
in Safıen zwei Burgen gestanden haben?), welche‘ nur aus 
der: romanischen Vorzeit dieses Thales stammen können. 
Da aber auch hier, wie im Rheinwald, der innere Theil 
des üihales deutsche Lokalnamen hat (so die Gemeinde- 
{raktionen Wanne, Thurm, Bäch, Hof, Rüti), so dürfen 
wir nicht‘ zweifeln, dass auch hier, wie im Rheinwald, die 
Walliser als Hinterwälder einwanderten, um durch Aus- 
reutung von Wald das ihnen zu Erblehen gegebene Land 
anzubauen, und dass es eben diese Hinterwälder waren, 
denen die gemeindlichen Rechte und eigene Gerichtsbarkeit 
ertheilt wurden. Neben dieser. deutschen Gemeinde‘ mögen 
die Romanen vorläufig ‚auch in der niedern Gerichtsbarkeit 
ihren Landesherren unterworfen geblieben sein bis auch 
sie, germanisirt, mit jener sich verschmolzen. 
Die: Umwandlung: von Safıen in eine freie Gemeinde 
muss indess schon unter den Freiherren von Vatz erfolgt 
sein; .denn ‚im ‚Jahr 1338 belehnte der Bischof von Cur den 
Grafen‘ Rudolf: von -Werdenberg-Sargans und dessen Ge- 
mahlin Ursula von Vatz mit der «Vogtei über die Leute 
in Stussavia»%) Unter dieser «Vogtei» können aber (wie 
unter der, den Herren Thumb von Neuburg über Valent- 
1), Urkunde von 1338 und 1396 (Mohr, Cod, IL n. 255, 256, 257 
IV..n. 213). 
2) Sprecher, Pallas R., S. 304, nennt: sie « Rosenberg» und 
«zur Burg». Vgl. Sererhard;, einf. Deb., II. c. b. 
3) Urkunde von 1338 in Mohr, Cod. II. n. 255. 
Planta, die eurrätischen Herrschaften. 
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