Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

jamen so wie mehrfacher Uebereinstimmung in den Kirchen- 
patronen !‘) — der Umstand, dass sie in einer Reihe von 
Urkunden geradezu als « Walliser» oder «aus Wallis» 
bezeichnet werden ?), so ‚dass der gleichzeitig gebr.ucht 
Ausdruck « Walser» nur als eine Abkürzung von-« Wal- 
liser» anzusehen ıst, 
Was aber die Walliser zur Auswanderung bestimmte, 
ist mit-Sicherheit nicht zu ermitteln: wahrscheinlich waren 
es Leute aus freien Gemeinden*) welche, um der sie be- 
drohenden Leibeigenschaft zu entgehen, wie man heute in 
die Hinterwälder Nordamerika’s wandert, successive, ‚ein- 
ander‘ nachziehend,. den Wanderstab ergriffen, um im räti- 
schen. Hochzebirg sich eine neue Heimath zu begründen, 
Und das Interesse rätischer Grundherren, unwirthliche Ge- 
genden ertragfähig zu machen und zugleich ihre Kriegs- 
mannschaft durch diese kräftigen Leute zu verstärken, kam 
dliesem, vielleicht auch durch Naturereignisse und kriege- 
1). Besonders in der Verehrung des heil. Theodul (Bergmann, 
die fr. Walser, S. 31). 
2) Obige Urkunde von 1351. Ferner: Urk. v. 1300 und 1352 in 
Mohr, Cod. 1L.n. 97 u, III n. 51; Urk. v. 1355 iu Kaiser, Gesch., 
8, 204; Urk. v. 1382 in Bergmann, die IV Vorarlb. Herrsch., n, 42; 
Urk. v. 1385 in Wegelin, Reg. n. 290; Urk. v. 1408 in Zellweger, 
Urk. I. 2. n. 201; Urk. v. 1441 im Archiv Curwalden. —, Im Jahr 
1300 (Mohr, Cod. II. n. 97) verlieh das Kloster St. Luzius in Cur 
einem Walter und einem Johann « de Wallis» ein Gut « secundum 
tonditionem, quam illide Wallis habent in Tafans». — Auch 
eine Notiz im Pfarrbuch von Sonntag (im gr. Walserthal) sagt, die 
ersten Ansiedler seien aus Wallis gekommen (Bergmann, die freien 
Walser, 5. 33). 
3) Dass es im Oberwallis im XIIL. Jahrhundert freie Gemeinden 
gab, beweist eine, von Ritter Marquart von. Mörel im Jahr 1277. zu 
Gunsten der Leute von Biel (im Oberwallis) ausgestellte Urkunde, 
wodurch er bescheint, dass dieselben «ihr eigen » seien und dass er 
«kein Recht noch Gerichtsbarkeit an ihnen habe » ‚« noch auch einigen 
Dienst noch einige Gefälligkeit noch eine Sache zu fordern habe »; 
aüsser «11 Denaren, die sie ihm jährlich zahlten » (Furrer, Gesch 
von Wallis, S. 108). Fast scheint demnach der Ursprung des Walser- 
rechtes im Oberwallis selbst zu suchen zu sein. 
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