Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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b. was aber das grosse Lanquartthal (Prätigau) 
betrifft, so ist von vornherein klar, dass eine Theilung des- 
selben nach dem Laufe des Thalflusses nicht möglich war, 
vielmehr dasselbe ganz, d. h. mit seinen beiderseitigen 
Abhängen, entweder zu Ober- oder zu Unterrätien gerechnet 
werden musste; 
c. dass es aber zu letzterem gerechnet wurde, ‚erhellt 
einestheils daraus, dass der Cerichtsbezirk des Landgerichtes 
Rankwyl — offenbar nach dieser Seite den Grenzen der 
beiden alten rätischen Grafschaften (jedoch mit Ausschluss 
des Oberengadin) folgend — das Lanquartthal in sich 
schloss!) und anderseits daraus, dass die an die Stelle 
der Grafschaft Cur oder Oberrätien getretene Grafschaft 
Lags dasselbe ausschloss?), indem diese Scheidegrenze 
von dem Ausfluss der Lanquart weg dem Hochwang folgte 
und sodann über den Montalin zum Strela und von hier 
über die Furka nach Jennisberg und den Berghöhen nach 
zum Albula und Septimer gegangen zu sein scheint. 
ı) Das kaiserliche Diplom v. 1465 (s. S. 245) ist zwar, wie schon 
bemerkt, vag, indem es die Grenzen des Rankwyler Gerichtsbezirkes 
«durch Churwalhen» «bis an den Settman>» (Septimer) angibt. Das 
Nämliche gilt von dem damit übereinstimmenden Feldkircher Frei- 
heitsdiplom von 1376 (s. S. 240). Allein diese Begrenzung wird klarer 
durch diejenige der Grafschaft Lags. 
?) Zufolge kaiserlichen Diploms von 1349 (Mohr, Cod. II. 'n. 40)» 
wodurch. dem Bischof von Cur die grundherrlichen Regalien im Be- 
reich der einstigen Grafschaft Cur gegeben werden, liefen die Grenzen 
der letzteren (abgesehen von dem, wahrscheinlich schon. sehr früh 
dem Bischof übertragenen Oberengadin) «von der Lanquart uf gen 
Cur halb untz da se entspringet und von dann untz an d’Ilbellen 
(Albula) und von dann untz an den Sepmen» (Septimer) und von 
da «jetwederhalb dez Rins untz da die Lanquart in den Rin flüsset » 
id. h. der Lepontischen und der Tödi-Gebirgskette nach). — Völlig 
im Einklang damit steht die Grenzangabe der österreichischen Ur- 
barien für die Grafschaft Lags (Mohr, Cod. II. n. 111 und Bur- 
tart, österrreichische Urbarien von 1309), nämlich von der «Lang- 
war unz uf dem Sepmen zu St. Peter (dem Hospiz), von dannen 
nz... uf Agren (Graina), von dannen unz uf zuo dem kriuze uf 
Luggenmein (Lukmanier)> u. s. w.
	        

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