Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

Es scheint aber nicht, dass an die Veste Nidberg sich ein 
geschlossener Herrschaftsbezirk, wie Tscherlach, angefügt 
habe, obwohl die zu derselben gehörigen Leute — nach 
ihrer Vertretung im Sarganser Landgerichte zu urtheilen 
— gaählreicher als diejenigen der Herrschaft Flums müssen 
gewesen sein. 
Ursprünglich mag die Veste und Herrschaft Nidberg 
einer Familie gleichen Namens gehört haben‘). Im XiV. 
Jahrhundert kam sie in den Besitz des Hartmann, Meyers 
von Windegg, von dessen Tochter sie im Jahr 1363 (be- 
ziehungsweise 1371) an Herzog Rudolf von Oesterreich ver- 
kauft wurde?. Von diesem Zeitpunkte an theilte sie die 
uns schon bekannten Schicksale der ebenfalls österreichisch 
gewordenen Veste Freudenberg. 
XFY", Die Veste Freudenberg anlangend, so wurde 
bereits im Zusammenhang mit den Pfäverser Herrschafts- 
verhältnissen dargestellt, wie die sog. Ragazer Gerichts- 
vogtei allmälig zu einem an die Veste Freudenberg ge- 
knüpften Herrschaftsrecht heranwuchs. Ich trage demnach 
aus einem Güterverzeichniss von 14623) hier blos noch 
mit Rücksicht auf ihr Besitzthum nach, dass dieselbe von 
ihrem Haupthof (Bauhof) zu Ragaz, einigen Bauerhöfen und 
von Zinsleuten zu Ragaz, Calfeusen, Fläsch, Malans u. s. W. 
165 Scheffel Korn, 321 Käse, 3 Saum und 5 Zuber Wein, 
500 Eier u. s. w. und überdies von leibeigenen Bauern zu 
Ragaz (Hubern, Kolonen) 30 Fuder Korn und 30 Schaafe 
bezog. 
‘) Als eine Inzicht dafür mag es immerhin gelten, dass unter 
den rätischen Edeln, welche sich an dem angeblich im Jahr 1393 in 
Schaffhausen abgehaltenen Turnier betheiligt haben sollen, auch ein 
Herr von Neidberg genannt wird. (So das fabelhafte Turnier- 
buch v. 1526.) 
*) Lichnowsky, Gesch. IV, n. 457 und 1027, 
3) Egger, die Herrschaft Freudenberg. 
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