Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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eingeführt worden zu sein.!‘) Zur Herrschaft Feldkirch ge 
hörten auch die beiden Walser Gemeinden Damüls und 
Fontanella, die gemeinschaftlich einen selbstgewählten 
Ammann als Richter für die niedere Gerichtsbarkeit und 
als Gemeindsvorsteher hatten*), sowie das Bergthal Laterns, 
welches die Herren v. Montfort-Feldkirch im Jahr 1313 zwei 
Walserfamilien gegen einen Zins von 7 % Pfenning und die 
Verpflichtung, ihnen innert den Landesmarken mit Schild 
und Speer auf eigene Kosten zu dienen, überlassen hatten.) 
Noch bedarf das in dem Verkauf der Grafschaft Feld 
kirch beeriftene Landgericht Rankwyl einer Bespre 
chung. Es ist bekannt, dass das Feld an der Frutz bei 
Rankwyl oder dem alträtischen Vinomna («ad camposıf 
«Müsinen»\*\ schon zur Zeit Hunfrid’s, des ersten fränki- 
schen Grafen in Rätien, eine Gerichtsstätte war®) in 
dem von demselben im Jahr 807 dort eine Gerichtsverhand 
Jung geleitet wurde, und da diese Grundeigenthum be- 
traf, worüber nur das Gau- (oder Grafen-), nicht das 
Cent-Gericht erkennen konnte, so war Vinomna eine Mal- 
statt nicht blos für die Cent des Walgau, sondern auch für 
den ganzen Gau Currätien oder Curwalhen. Nachdem 
sodann dieser Gau in zwei Grafschaften zerfallen war, war 
Vinomna oder Rankwyl, wie eine von Herzog Burkhard 
geleitete Gerichtsverhandlung vom Jahr 920 beweist 6), die 
Malstatt für das Grafengericht Unterrätien. Ob dasselbe, 
1) Die ersten Zunftmeister kommen im Jahr 1406 vor (Berg: 
mann, Beiträge, 3. 
?) Bergmann, die freien Walser, 8. 49 ff. 
3) Bergmann a. a. 0. 8. 47, 
4) «Müsinen », die ursprüngliche Malstatt, war ein Hügel a 
der Frutz. Im XV. Jahrhundert wurde sodann die Gerichtsstätte 
eine Strasse von Rankwyl verlegt (Rusch, das Landgericht Rank- 
wyl, S. 4 und 8). 
5) Planta, das alte Rätien, S. 354 
6) Planta, das alte Rätien S. 397.
	        

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