Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

worden, mit der Beschränkung zwar, dass von St. Michael 
is Martini, während welcher Zeit «die Herren die Fach 
schlagen», von Andern nur mit der Schnur gefischt wer- 
jen dürfe. Wirklich entsprach der hierüber ergangene 
Spruch grundsätzlich diesem Standpunkt,‘) so dass wohl 
ingenommen werden darf, dass auch in der Landschaft Di- 
sentis ein ähnlicher Grundsatz. galt. 
Auch das Münzrecht übte die Abtei Disentis — ohne 
/weifel kraft kaiserlicher Bewilligung — einige Zeit aus, 
jedoch mehr für die Landschaft Disentis als für sich selbst; 
jean im Jahr 1484 beauftragte dieselbe den Abt, sich auf 
ihre Kosten das Münzrecht. zu verschaffen. ?) 
Charakteristisch für die Herrschaft. Disentis ist das 
frühe selbständige Auftreten und Mithandeln der grossen 
Kommune dieses Namens. Dieselbe erscheint nämlich schon 
im Jahr 1251 als gemeinschaftlich mit dem Abte handelnd;®) 
il Jahr 1295 reicht sie in Gemeinschaft mit des Klosters 
Schirmvogt (Graf Hugo von Werdenberg) eine Bittschrift 
dem räuberischen Ant. de Carmisio ein;‘) im Jahr 1376 
schliesst. sıe mit dem benachbarten Blegno-Thal einen selb- 
ständigen Vertrag zum gegenseitigen Rechtsschutz®) und im 
Jahr 1395 betheiligt sie sich an den zwei Bündnissen, 
welche .der Abt. von Disentis mit den Freiherren von Sax- 
Misox und von Räzüns und mit dem Grafen Hugo von 
Werdenberg, als Herrn von Löwenberg (Schleuis), einging.‘) 
Nur wurde der Beginn gedachter Beschränkung schon auf 
den 10. Sept. (Mariä Geburt) angesetzt. 
?%) Eichhorn, ep. Cur., S. 245. Es machte jedoch Disentis von 
der Befugniss, Münzen zu schlagen, keinen ausgedehnten Gebrauch, 
3) «Abbas et tota communitas ecclesiae Disertinensis». (Die 
Urk, befindet sich im Turn- und Taxischen Archiv zu Regensburg, 
mfolge Juvalt, Forschungen, S. 212). 
*‘) Mohr, Cod. II. n. 28. 
$) Mohr, Rog. v. Dis., n. 134. 
5) Mohr, Cod. IV. n. 194 und 195.
	        

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