Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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Und als bald darauf (1412) Bischof Hartmann in seiner Ra- 
‚ünserfehde durch die Grafen von Toggenburg. in Cur hart 
bedrängt war, benutzten die Vögte von Matsch diesen Um- 
stand, um im Vinstgau und Münsterthal das Bisthum durch 
Brand und Verwüstung zu schädigen.‘ Zwar wies Kaiser 
Sigmund (1413) die Parteien an Schiedsrichter, °) allein 
dessenungeachtet und trotz wiederholter Vermittlungsver- 
suche setzten dıe Vögte ihre Gewaltthätigkeiten fort®) und 
verhinderten den Bischof, in den unverkümmerten Besitz 
seiner Rechte zu gelangen, bis endlich im Jahr 1421 der 
gemeinsam zum Schiedsrichter erwählte Herzog Ernst von 
Oesterreich einen Syruch erliess,*) wodurch die Vogtei der 
Herren von Matsch definitiv auf die bischöflichen Güter 
und Leute im Matscher Thal, welche ihr auch zuerst 
mögen unterworfen gewesen sein, eingeschränkt wurde, und 
zwar sollten die Herren von Matsch hiefür keine andern 
£Emolumente beziehen ‚als eine Vogtsteuer von zwei 
Fastnachthünern von «jeder Feuerstatt » nebst 20 Mark 
aus der bischöflichen Kasse. Den Vögten von Matsch wurde 
hiebei ausdrücklich untersagt, fortan die Gotteshausleute 
«mit Fuhren, Steuern, Arbeiten, Diensten, Fütterungen, 
Schatzungen » u. s. w. zu belästigen. Gleichzeitig wurde 
das Kloster Münster sowohl von der Matsch’schen als von 
der bischöflichen Schirmvogtei freigesprochen, worauf das- 
selbe freilich, «weil es ohne Schirm nicht bleiben noch be- 
verzinsen, als ob sie eigen sigent, und diesen gewalt habent sie jez 
zehen Jahr oder me .... . getrieben. > 
1) Obige Urkunde von 1421. 
?) Foffa, Münsterth., Urk. 37. 
%) Gotteshausleute, die Denen von Matsch nicht schwören wollten, 
wurden von Haus »nd Hof getrieben. Vieh, das ihnen gehörte (z.B. 
einmal 95 Ochsen) wurden von ihnen geraubt u. s. w. (Obige Urk.) 
4) Urk. von 1421 in Foffa, Münsterth., Urk. 40, und Vergleich 
des Bischofs mit den Vögten von Matsch von 1421 (Arch. Curburg, 
abgedr. in Jäger, Engad. Krieg, Urk. 5). 
am
	        

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