Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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schiavo kennen lernten, zum Ausbruch. Er wandte sich 
nun um Beistand an seine oberrätischen Gotteshausleute = 
hiedurch freilich wider seinen Willen den Grund zum Gottes“ 
hausbunde legend — schloss in Gemeinschaft mit ihnen ein 
Bündniss mit den Herzogen von Oesterreich (1392),!) ent* 
setzte die Herren von Matsch ihrer Vogteien,?) liess solches 
auch durch sein Pfalzgericht bestätigen (1395)%) und brachte 
es gegenüber den gewaltthätigen Uebergriffen der Vögte von 
Matsch bei dem Herzog Leopold sogar dahin, dass dieser 
ihnen verbot (1396) «ohne seine Erlaubniss dem Gotteshaus 
Cur Schaden zuzufügen.»*“) Allein die Vögte von Matsch 
waren nicht dazu angethan, sich so leicht zu ergeben. Der 
Streit dauerte fort. Im Jahr 1411 trieben die Vögte von 
Matsch ihre Lepressalien so weit, dass sie dem Bisthum 
seine sämmtlichen Besitzungen im Vinstgau gewaltsam ent! 
rissen und ihm alle seine dortigen Einkünfte vorenthielten.’) 
11 Mohr, Cod. IV. n. 166 und 167. Diese Verbindung des Bi- 
schofs Hartmann mit den Gotteshausleuteu (und zwar auch mit den- 
jenigen des Unterengadin, Vinstgau und Münsterthal) gegen die Vögte 
von Matsch wiederholte sich im Jahr 1414 (Urk. im bischöflichen 
Archiv). Die nämlichen Gotteshausleute hatten sich auch 1405 für 
die von Bischof Hartmann den Herzogen von Oesterreich geschworene 
Urfehde, verbürgt (Urk. im Wiener Staatsarchiv). | 
?) Es erhellt dies aus dem Spruch Herzogs Leopold von 18M 
(<als der Bischof Den von Matsch der vogtyen hat entweret») m 
Mohr, Cod. IV. n. 188, 
3) Mohr, Cod. VI. n. 190. Der Spruch erging gegen Ulrich IV. 
von Matsch, der aber_auf die Vorladung nicht erschienen war, und 
verfügte namentlich den Entzug der Vogtei im Vinstgau und Mün- 
sterthal. 
4) Lichnowsky, Gesch. des Hauses Habsburg (IV. Reg. 2320) 
5) Beschwerden des Bischofs von Cur von 1421 (Foffa, Mün- 
sterth., Urk. 36). «Im Jahr 1411 da entwertent Die von Mätsch un- 
serm Gottshuss aller lüt, gült, güter, zinss, dienst und nuz, so zu 
Fürstenburg. gehört ..... und alles unser Wingelt an Meran und 
wass gueter, Urber, eigen oder lehen unsers Gottshuss leut habent; 
die zu Fürstenburg gehörent ..... die müssen sie denen von Mätsch
	        

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