Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

der Familie des erwähnten Schwagers Karls des Grossen.') 
Ist es nun sicher, dass die besprochenen Grafen von 
Unterrätien, Ulrich und Rudolf, dem Geschlechte der 
Grafen von Bregenz angehörten, so werden auch ihre 
beiden Vorgänger, Marquard und Fberhard, in eben 
dasselbe einzureihen sein, und es wird dies um so unbe- 
denklicher geschehen können, als von den vier Söhnen des 
Grafen Uzzo der zweite Marquard hiess, daher der An- 
nahme nichts entgegensteht, dass der im Jahre 1032 als 
Graf von Unterrätien erscheinende Marquard mit jenem 
identisch und dass dessen Nachfolger in Rätien, Graf Eber- 
har“ sein Sohn gewesen sei. Da aber die auf letzteren 
als Grafen von Unterrätien folgenden Ulrich und Ru- 
dolf von dem erstgebornen Sohne des Grafen Uzzo, wel- 
cher auch © Irich hiess, abstammten, so müsste unter obiger 
Voraussetzung weiter angenommen werden, dass nach dem 
Tode Herzogs Otto :. von Schwaben (982) Graf Uzzo von 
Bregenz die Grafschaft JInterrätien erhielt und dass 
von dessen Nachlass die Grafschaft Bregenz auf seinen 
erstgebornen‘ Sohn Ulrich kam, auf dessen Linie später, 
nachdem seines Bruders Marquard Sohn, Eberhard, wahr- 
scheinlich ohne männliche Nachkommenschaft, gestorben, 
auch. die-Jenem zugetroffene Grafschaft Unterrätien über- 
gegangen wäre.®) 
Dafür dass Die von Bregenz Grafen in Unter- 
rätien waren, spricht übrigens entschieden der Umstand, 
1) Die oberhätb-Bregenz in den Bodensee mündende Aach bil- 
dete nämlich die südliche Grenze des Argengaues (Chron. Herm. 
Contracti, S. 269). 
?) 8. Geneal. der Grafen von Bregenz in Beil. A. Sollte Eber- 
hard nicht Sohn des Marquard gewesen sein, so wäre er als Sohn 
von dessen Bruder Ulrich zu betrachten und müsste alsdann ange- 
nommen werden, schon Marquard habe keine männliche Nachkommen- 
schaft gehabt und es sei demzufolge schon nach seinem Tode die 
Grafschaft Unterrätien auf die Linie seines gedachten Bruders über- 
gegangen. 
MN
	        

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