Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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keit ausübten, sowie einen Zoll in Taufers — Besitzungen, 
welche im Jahr 1373 durch Kauf ebenfalls auf Die vor 
Matsch übergingen.‘) 
Uebrigens waren Die von Matsch im Jahr 1367 vom 
Bischof selbst mit der Vogtei seiner «ennetbergischen 
Besitzungen», zu denen das Münsterthal ja auch ge 
hörte, belehnt worden. ?) 
Wohl als ein Ueberbleibsel der den Vögten von Matsch 
und den Vizdumen von Reichenberg auch im Münstertha 
zugestandenen Rechtsprechung ist es zu betrachten, dass 
zufolge der erwähnten Münsterthaler Öffnung von 1427 - 
also zu einer Zeit, in welcher weder Die von Matsch nodı 
Die im Vizdumamt auf Die von Reichenberg gefolgten vor 
Schlandersberg mehr für das Bisthum amteten — der 
noch zu den in Münster abzuhaltenden Malefizgerichten 8 
wohl eın «Anwalt der Herren von Matsch» als der «Vir 
dum» zı1 bieten waren, welchem letzteren noch die Ver 
pflichtun® oblag, durch vier Reitknechte das Gericht z 
schirmen: offenbar weist jenes und dieses auf eine Zeit zt 
rück, in welcher sowohl die Vögte von Matsch als die Viz 
dume von Reichenberg, wie in Mals so auch in Münster 
für den Bischof richteten. 
!) Im Jahr 1373 kaufte nämlich Ulrich von Matsch von Han 
von Reichenberg «die Veste Reichenberg sammt Leuten und Gütem 
bis an den Berg Faldera (Ofenberg), Alprecht, Wun und Weid, Zwin 
und Bann, Gericht, Zölle, Fischenz, Federspiel, Holz, Feld, Wassen 
wie sie seine Vorfahren und er (der Verkäufer) bisher besassen, nebs 
«allen eigemen-Leuten, die von Alters her in diesen Bezirken sesshaf 
gewesen und zur Veste gehört haben, wenn sie auch anderswo gt 
sessen sind» (Urk. im Archiv Curburg und in Ladurner, a. a0 
XVI 8. 212). Von sehr grossem Belang scheinen übrigens diese Gi 
ter doch nicht gewesen zu sein, indem der Kaufvertrag nur 6 Aecke 
3 Baumgärten und 3 Bauernhöfe als eigen aufführt. Dass jener Zoll 
in Taufers war,. beweist der Spruch von 1471 in Ladurner, 2.% 
O0: XV. 8.17. | 
?) Mohr, Cod. III n. 133 («advocatia bonorum ecclesiae Curier 
sis ex ista parte montium »). 
138
	        

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