Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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an Gotteshausleute verkauften Herrschaftsgütern die 
Steuer so wie die Naturalgefälle, welche zu Gunsten des 
Fronboten (Gerichtsweibels) auf demselben hafteten,!) zu 
entrichten seien. 
2) Ob und in wie fern die Gotteshausleute im Vinst- 
gau dem Hause Oesterreich Kriegsdienst zu 
leisten schuldig seien? 
Zufolge des bischöflichen Immunitätsdiplomes hatten 
die Staatsbeamten auf bischöflichem Grund und Boden keine 
Exekutionsgewalt für irgend welche öffentliche Leistungen, 
somit auch nicht fur militärische Aushebungen, vielmehr 
standen letztere blos dem Bischof, als Grundherren, zu und 
konnte sich demnach das Staatsoberhaupt für kriegerischen 
Zuzug nur an diesen halten. Nun hatte aber Kaiser Fried- 
rich I. im Jahr 1170 den Bischof von allen Hof- und Reichs- 
diensten befreit?) und da die Herzoge von Oestereich als 
Landesherren nur an die Stelle des Kaisers getreten waren, 
musste jene Befreiung rechtlich auch ihnen gegenüber 
gelten. 
Zunächst bezog sich aber der Streit auch nur auf die 
Frage, ob die Gotteshausleute, welche Herrschaftsgüter 
kaufen oder zu Lehen nehmen, nicht auch zum Kriegs- 
dienst angehalten werden können. Da nämlich nach mittel- 
alterlicher Ansicht die öffentlichen Rechte und Pflichten im 
Grundeigenthum wurzelten, war auch die Kriegspflicht 
dinglich geworden, d. h. sie haftete nicht an der Person, 
sondern an ihrem Grundbesitz. In dem erwähnten Ver- 
') Schreiben von Kaiser Ferdinand v. 1573 (Foffa, Münsterth. 
Urk. 55). 
?) «ab omni servitio curiae nostrae et imperli nostri penitus eum 
absolvimus» (Mohr, Cod. I. n. 142). Diese Entlastung erfolgte zwar 
zunächst, gewissermassen als Entgelt für die Schirmvogtei Cur, nur 
auf Lebenszeit des Kaisers und seines Sohnes, sie dauerte aber fort, 
weil auch die Schirmvogtei bei den Kaisern verblieb.
	        

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