Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

mit dem Eisenwerk und dazu gehörigen Waldungen aüf 
Valdera (dem Ofenberg), weil diese «zu seiner Grafschaft 
gehörten und je gehört haben »!); so verlieh ferner Mark- 
graf Luiwig von Brandenburg, ebenfalls als Graf von 
Tirol, im Jahr 1356 alles Gold- und Silber- und Eisen: 
erz von Martinsbruck bis Pontalt dem Ritter Ulrich Planta?) 
und bewilligte endlich Herzog Sigmund im Jahr 1481 dem 
Gaud. von Matsch®) und im Jahr 1487 dem «Pfleger» 
zu Nauders*) die Jagd im Unterengadin auf « Hirsche und 
anderes Wildpret.» 
Ja selbst das Obereigenthum an «Wun und Weide» 
und «Waldungen» nahm das Haus Oesterreich, nachdem 
es in den Besitz der Grafschaft Tirol gekommen, als Ter- 
ritorialherr in Anspruch*®) und liess in letzteren für seine 
Saline in .iall — zwar, wie im Jahr 1471 versichert wurde, 
mit möglichster Schonung der Nutzungsrechte der Gemeinde- 
genossen («Nachbaren») -— durch eigene «Salzmeister» Holz 
schlagen.) Es floss dies eben aus dem ehemals königlichen 
1\ Mohr, “od. II. n. 238, 
Mohr, Vod. IT. n. 340. 
| Urk. v. 1481 im Statth. Arch. zu Innsbruck. 
‘) Burklechner, Raetia Austr. S. 383, 
5) Obige Kundschaften v. 1446, wonach der tirolische Richter 
«alle Frevel und blutige Händel, alle Wasser, Wun, Weid, Ge- 
jägd und Urbar» zu richten habe. Ferner von Kaiser Maximilian 
eingezogene Kundschaften v. 1494: «alle Wun und Weid, Wässer 
und Wälder- gehören Ihrer Majestät» (Burklechner, a. a. 0.8. 
69). Und noch im Jahr 1616 (Grayamina der öster. Herrsch. in Burk- 
lechner, S. 262) erklärt Oesterreich, dass die «Hoch- u. Schwarz- 
wälder von Martinsbruck bis Pontalt dem Landesfürsten gehören.» 
Dieses herrschaftliche Eigenthumsrecht, welches namentlich für die 
Saline in Hall stark ausgeübt wurde, veranlasste fortwährende Colli- 
sionen mit den Nutzungsgenossen (Gemeinden) im Unterengadin. 
6) «Den Nachpuren zum mindesten Schaden» (Vertrag des Her- 
zogs Sigmund mit dem Unterengadin v. 1471 in Burklechner, 
Raetia Austr. S. 120).
	        

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