Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

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Hälfte trat ihm dessen Neffe (Gebhard) später (1177) eben- 
falls ab.!) — Der Bischof von Cur gab hierauf, wie es 
scheint, Tarasp seinen Ministerialen von Reichenberg 
(welche das bischöfliche Vizdumamt im Vinstgau inne hatten) 
zu Erblehen, denn Letztere verkauften dasselbe (die Burg 
mit zugehörigen Gütern und Eigen- und Lehensleuten) im 
Jahr 1239 an den Grafen Albrecht von Tirol.?) 
Die Grafen von Tirol ihrerseits übertrugen dieses 
Lehen — wahrscheinlich bald hernach — auf Die von 
Matsch, denn diese erscheinen im Jahr 1288 als Inhaber 
von Tarasp?) und es wird letzteres auch in einer Matsch’- 
schen Theilung vom Jahr 1297 aufgeführt. “) 
Die Herren von Matsch blieben im Besitze dieses von 
den Grafen von Tirol, beziehungsweise den Herzogen von 
Oesterreich, ihnen von Zeit zu Zeit erneuerten Lehens*) bis 
1464, als Ulrich (IX.) von Matsch dasselbe dem Herzog 
Sigmund von Oesterreich (für fl. 2000) verkaufte, “) welcher 
ohne Zweifel bei Erwerbung dieser wohlgelegenen Veste 
hauptsächlich die Beherrschung des Unterengadin im Auge 
1) Mohr, Cod. L.n. 144. Gebhard von Tarasp hatte nämlich 
die von seinem Oheim dem Bischof geschenkte Hälfte von Tarasp 
dem Letztern gewaltsam zu entreissen versucht, wurde aber besiegt 
und musste, zur Sühne, ihm nun auch seine Hälfte überlassen — 
zwar nur auf sein kinderloses Absterben hin, allein mit ihm erlosch 
die‘ Familie (um 1187). 
?) Mohr, Cod. In. 217 (« vendidit dietum castrum domino co- 
miti pro recto feudo suo et hereditario», und zwar auch «ho- 
mines suos proprios et feudales»). 
3) Mohr, Cod. II. n. 44, 
4) Goswin, Chron., S. 117, 
5) Solche Wiederbelehnungen erfolgten z. B. 1351, 1393, 1403. 
(Ladurner, die Vögte v. Matsch, Z. 8. des Ferdinand. II. 16. 8. 
149 und 17. S. 13 und 47 und. Lichnowsky, Gesch. IV., Reg. n. 
525, V. Reg. n. 2 und 82) 
5) Urkunde von 1464 (im Statth. Archiv z, Innsbruck). 
Planta, die eurrätischen Herrschaften.
	        

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