Volltext: Die currätischen Herrschaften in der Feudalzeit

Österreichisch wurde, den Grafen von Tirol überlegen wareil 
hauptsächlich aber dem Auftreten der drei oberrätischen 
Bünde im Laufe des XV. Jahrhunderts und ihrer Betheili: 
gung an diesem Streite. 
Bevor ich es nun versuche, diesen merkwürdigen Kampf, 
der für die FPischöfe auch noch durch die Auflehnung und 
die Gewaltthätigkeiten der Vögte von Matsch erschwert 
wurde, in seinen Hauptzügen, und zwar zunächst in Bezug 
auf das Unterengadin, darzustellen, muss ich, um den 
bischöflichen Besitzstand in diesem Thale möglichst genau 
festzustellen, vorerst über die Burgen von Tarasp und 
Remüs etwas bemerken. 
Das Schloss Tarasp mit zugehörigen Besitzungen ge 
hörte ursprünglich einer Adelsfamilie gleichen Namens, 
welche um die Mitte des X'. Jahrhunderts auftritt!) und 
sowohl in der Grafschaft Cur oder Oberrätien als in der! 
Grafschaft Tirol?) und selbst im Valtellin sehr begütert. 
war, ?) was auf einen hohen Ursprung, wenigstens auf einen 
verwandtschaftlichen Zusammenhang derselben mit den al- 
ten Grafen von Tirol, vielleicht auch mit denen von Cur 
schliessen lässt. 
Von Ulrich II. von Tarasp, welcher sich lebensmüde 
in das von seinem Vater gestiftete Kloster Marienberg (im 
Vinstgau) zurückzog, erhielt der Bischof von Cur (1160): 
den halben Antheil an Tarasp als Geschenk“); die andere 
1) Goswin, Chron, v. Marienberg. 
?) S. Schenkungen von Ulrich und Gebhard v. Tarasp an. das 
Kloster Marienberg und das Bisthum Cur (Mohr, Cod. I. n. 136, 
137, 138, 140, 144), Die v. Tarasp hatten Besitzungen im Oberhalb- 
stein, Ober- und Unterengadin, sogar im Bergell und Schanfigg, nament- 
lich aber im Vinstgau. 
3) Die von Denen von Tarasp. bekleideten Veltliner Lehen. über- 
trug der Bischof von Como nach ihrem Aussterben (1187) auf Die v. 
Matsch (Auadrio, dissert. I. S. 219). 
4) Mohr, Cod. I. n. 136. 
EC
	        

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