Volltext: Statistische Skizze der Oesterreichisch=Ungarischen Monarchie

Österreichisch- Ungarische Monarchie. 
Bulle Königs Andreas Il. v. J. 1222 (betr. die Rechtsverhältnisse zwischen dem 
Könige und den Ständen); die ungar. Geseßartikel 1, Il u. I1l v. Jahre - 1723 
(Anerkennung der pragmatischen Sanktion als Staatsgrundgeseß, zugl. Sicherung der 
legiSlativen u. administrativen Selbständigkeit Ungarns); der Geseßartikel X v. I. 
1790/1 (Unabhängigkeit Ungarns); der Geseßartikel XII v. J. 1790/1 (betr. die Aus- 
übung der gesebgebenden u. vollziehenden Gewalt); der Geseßartikel I11 v. I. 1847/8 
(verantwortl. Ministerium); der Gesekartikel IV v. IJ. 1847/8 (Reichstagssfißungen), 
abgeändert durch den Gesetartikel I v. J. 1886; der Geseßzartikel V vy. IJ, 1847/8 
(Wahlgeseß für die Repräsentantentafel), modifiziert durch die Gesehartilel KXXIII 
v. IJ. 1874, XXXIX v. J. 1876, X u. XI v. J. 1877; die Geseßartikel VI v. J. 
1847/8 u. XLIII v. J. 1868 (Union Siebenbürgens mit Ungarn); der Geseßartikel IX 
v. IJ. 1847/8 (Aufhebung der Robot und des Zehnten); der Gesetartikel XII v. IJ. 
1865/7 (betr. die gemeinsamen Angelegenheiten mit Osterreich); der Gesezartikel XXX 
v. I. 1868 (betr. den staatsrechtlichen Ausgleich zwischen Ungarn und Kyroatien- 
Slavonien), modifiziert durch die Geseßartikel KXXIV v. IJ. 1873, XV v. 3. 1881 
und XXVI v. J. 1891; der Geseßartifel KXVII v. I. 1873 (Provinzialisierung 
der Banater Militärgrenze); der Geseßartikel I v. J. 1875 (betr. die Inkompati- 
bilität); der Geseßartikel XL v. J. 1882 (Jnartikulierung der Provinzialisierung 
der kroatisch-slavonischen Misikärgranze); der Geseßartikel VII v. J. 1885 (betr. die 
Organisation der Magnatentafel); die kroatisch-slavonische Landtagsordnung, enthalten 
in dem Il. Geseßartikel 1870 und dem Geseße v. 29. Septhr. 1888; das Wahl- 
geseß für Kroatien u. Slavonien v. 15. Juli 1881, modifiziert dur< das Gesel 
v. 29. Septbr. 1888; das kroat.-slav. Gesetz v. 10. Januar 1874 (Verantwortlich- 
keit des Banus. 
Dur< das Pragmatikalpatent vom 1. August 1804 wurde die Annahme der 
Kaiserwürde von Osterreich und durch das Allerhöchste Handschreiben vom 14. November 
1868 der Titel „österreichisch-ungarishe Monarchie“ oder „Österreichisch-ungarisches 
Reich" bekannt gemacht. 
Den Grundgeseßen gemäß sind die Königreiche und Länder der Monarchie in 
2 Staaten oder Reichshälften vereinigt (vgl. S. 1), welche staatsrechtlich durch die- 
selbe Dynastie und durch gewisse als -gemeinfam erklärte Angelegenheiten zusammen- 
hängen, sonst aber ihre besondere Verfassung, 'welche die eingeschränkt- (repräsentativ-) 
monarchische ist, besiben (Verhältnis der Realunion). 
Beiden Reichshälften der Monarchie gemeinsame Angelegenheiten sind: 
1) die auswärtigen Angelegenheiten mit Einschluß der diplomatischen und kommer- 
ziellen Vertretung dem Auslande gegenüber, sowie die internationalen Verträge, 
wobei jedoch die verfassungsmäßige Genehmigung der leßteren den Vertretungs- 
körpern der beiden Reichshälften (dem österr. Reichsrate und dem ungar. Reichstage) 
vorbehalten bleibt; 2) das Kriegswesen mit Inbegriff der Kriegsmarine, jedoch mit 
Ausschluß der Rekrutenbewilligung und der Gesetzgebung über die Wehrpflicht, der 
Verfügungen hinsichtlich der Dislozierung und Verpflegungdes Heeres, ferner der 
Regelung der bürgerlichen Verhältnisse und der fich niht auf deu Militärdienst 
beziehenden Rechte und Verpflichtungen der Mitglieder des Heeres; 3) das Finanz- 
wesen rücksichtlich der gemeinschaftlich zu bestreitenden Auslagen, insbesondere die 
Festseßung des Budgets und die Prüfung der darauf bezüglichen Rednungen. 
Außerdem werden folgende Angelegenheiten zwar nicht gemeinsam verwaltet, aber 
nach gleichen von Zeit zu Zeit zu vereinbarenden Grundsäßen behandelt: 1) die 
kommerziellen Angelegenheiten, speziell die Zollgesebgebung; 2 die Geseßgebung 
über die mit der industriellen Produktion in enger Verbindung stehenden indirekten 
Abgaben; 3) die Feststellung des Münzwesens und des Geldfußes; 4 Verfügungen 
bezüglich jener Eisenbahnlinien, welche das Interesse beider Reichshälften berühren ; 
5) die Feststellung des Wehrsystems (vgl. Zoll- und Handelsbündnis, Seite 91). 
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