Volltext: Statistik der Römischen Ansiedelungen in der Ostschweiz

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Scheunen, Getreidespeicher in sich schloss. ‚Die Fussböden in den Zimmern q und 7 ‚sind _aus weissen 
und schwarzen Steinchen. bestehende, ungemein zierliche Mosaik, der‘ Boden von p mit weissen und 
schwarzen Marmortafeln belegt. In den Räumen s,7, v und u. und ww mit ihren kleinen Einschlüssen 
ist. der Fussboden aus Mörtelguss verfertigt..' Bei x und z. setzen sich die Mauern theils nach Nord, 
theils nach West fort und bilden den nach West abbiegenden Flügel des Gebäudes; welcher ebenfalls 
für landwirthschaftliche Zwecke bestimmte Räumlichkeiten in sich begriff, 
Ausser ein Paar Münzen sind, so viel uns. bekannt ist, bei der Aufdeckung‘ des Gebäudes keine 
Alterthumsgegenstände zum Vorschein gekommen. 
Ueber die: Construction -der Mauern, die Beschaffenheit der Wände, die Verbindung der Zimmer 
unter sich, über Fundsachen, Vorrichtungen u. s. W.,- die über die ‚Bestimmung der einzelnen Gemächer 
Aufschluss geben, mangeln uns alle und jede Angaben, und wir enthalten uns daher, ‚die verschiedenen 
Räume speciell als Wohn-, Speise-, Schlafzimmer, Vorrathskammern. u. s. w. zu bezeichnen. 
Das Vorkommen einer Badeeinrichtung und die Auffindung einer Quelle, deren Wasser einen 
mineralischen Gehalt haben soll, hat die Veranlassung ‚gegeben, die ganze Anlage als eine öffentliche, 
zum Schwitzen und Baden. bestimmte Anstalt zu erklären, ungeachtet in der Gegend von Zofingen 
keine römische Ansiedelungen, denen dieselbe hätte zu gut kommen können, vorhanden sind. Wenn 
man aber die eben beschriebenen Baureste mit den in der Schweiz, Frankreich und England aufge- 
deckten Ueberbleibseln von Landhäusern vergleicht. und sieht, dass jede grössere Villa mit einer 
solchen Anstalt versehen war, so.wird man leicht zu der Ueberzeugung kommen, dass das »Römerbad 
zu Zofingen« mit Unrecht diesen Namen trägt; und dass wir unter diesen Gebäulichkeiten eine mit 
allen Bequemlichkeiten ausgerüstete Wohnung: eines reichen römischen Grundbesitzers zu denken haben. 
Zu den bemerkenswerthesten und ältesten römischen Ansiedelungen des Aargaus, gehören ferner 
noch Entfelden und Kirchberg. 
Südöstlich von Ober-Entfelden, auf der Ostseite des weiten, von der Suhr durchflossenen Thales, 
liegen nämlich auf ebenem Felde, in der Nähe des sanft aufsteigenden Seitenthales, Engstal geheissen, 
die sogenannten »Maueräcker«. Der Pflug hat auf dieser, mit Mauern dicht besetzten Stelle Dach- 
ziegel, Heizröhren, kleine Tafeln von Juramarmor und Säulenstücke aus derselben Steinart zu Tage 
gefördert. Zwei der letztern besitzt nebst ‘hier gefundenen Münzen Herr Notar Haberstich. Es sollen 
auch Legionsziegel hier ausgegraben worden sein. i 
Zu Kirchberg, eine halbe Stunde von Aarau, am linken Ufer der Aar, kommt 500—800' vom 
Flusse römisches.: Gemäuer vor, unter welchem im Anfange dieses Jahrhunderts ein /Mosaikboden von 
weissen und schwarzen Steinchen, eine Mauer, welche, gleich einer solchen zu Ennet-Baden, auf der 
Aussenseite mit Mörtel belegt und mit Strichen verziert war, um einen Quaderbau darzustellen, ferner 
Dachziegel mit: Legionszeichen, eiserne Geräthschaften mit Kupfermünzen von Domitian bis Theodosius 
entdeckt wurden. In der sogenannten Lörachen, nahe bei der zerstörten Burg Lörach, fand man 
Reste einer römischen‘ Wasserleitung. 
Ueber die Castelle bei Zurzach (Tenedo) siehe erste Abtheilung 5. 302. 
Pfäffikon. Dieser Ort liegt im Gebiete des Kantons Luzern, aber hart an der Grenze des Kantons 
Aargau, auf einer sanft sich erhebenden Anhöhe, von der man eine freie Uebersicht auf einen‘ Theil
	        

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