Volltext: Statistik der Römischen Ansiedelungen in der Ostschweiz

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grössere Achse der Ellipse lag in der Richtung von NO nach SW, und hatte eine Länge von circa 230%. 
Die Eingänge waren einander gegenüber an den schmalen Seiten des Gebäudes angebracht. Ob die 
Sitzstufen aus Stein, oder was bei Amphitheatern auch vorkam, aus Holz bestanden, lässt sich nicht 
mehr ermitteln, da dieselben, wenn sie von Stein waren, natürlicher Weise schon beim Bau- des nur 
500 Schritte dayon gelegenen Klosters Königsfelden benutzt wurden. 
Wasserleitung. Die Wasserleitung, von der in unserer antiquarischen Literatur so viel Auf- 
hebens gemacht wird, scheint nach dem Chronikon Königsfeldense (siehe oben S. 138) seit dem 
Untergange Vindonissas bis in den Anfang des 14. Jahrhunderts in Verfall gewesen zu sein, ver- 
sieht aber gegenwärtig wieder die Wohngebäude des ehmaligen Klosters Königsfelden und das Dorf 
Windisch reichlich mit gutem Quellwasser. Die Richtung ihres Laufes und ihr Ziel zeigt uns., dass 
die Felder von Oberburg, Breite, Windisch, überhaupt die östliche Seite des Plateaus die mit Häusern 
besetzten Stellen des Lagerplatzes gewesen seien. Sie ist auf die einfachste Weise, ohne Kunst und 
Aufwand hergestellt. In der Nähe von Königsfelden, wo sie am weitesten ist, hat sie im Lichten 
eine Breite von 13“, eine Höhe von 15”, ist unten und an den Seiten gemauert, dick mit Ziegel- 
mörtel belegt und oben mit zurechtgeschlagenen Steinplatten (Mägenwyl) zugedeckt. (S. Taf. XVI. Fig. 7.) 
Haller (II. 392) und nach ihm alle, welche über Vindonissa schreiben, melden, sie nehme ihren 
Anfang an dem 7000 Meter von Windisch entfernten Brauneggerberge - und laufe: über die ganze 
Birrfeldebene nach Hausen und Windisch. Allein diese: Angabe: ist‘ durchaus unrichtig: Die ent- 
ferntesten Zweige des Kanals, in welchen von beiden Seiten kleine Nebenkanäle einmünden, befinden 
sich an den Anhöhen östlich und westlich, besonders aber östlich: von dem etwa 2000 Meter von 
Königsfelden entfernten Dörfchen Hausen. Die Richtung des mehrmals ‚ausgebesserten Hauptstammes 
der Leitung ist‘ durch längliche auf den Feldern aufgestellte Steine — — — angegeben. Ein höherer 
quer gestellter Stein, welcher die entfernteste Quelle) bezeichnet, steht nicht weit westlich von den 
äussersten »im Dächsli« genannten Wohnungen von Hausen. Von hier an läuft der Hauptkanal in 
öfters gebrochener Linie nach Oberburg, wo der die sämmtlichen Brunnen von Königsfelden und 
Windisch speisende Sammler angelegt ist. (Siehe Anzeiger 1857 58. 7.) 
Begräbnissplätze. Haller sagt (I. 396): »In der‘ Gegend Schindellegi genannt, weit ober- 
halb Altenburg an der Aar, und überhaupt auf der ganzen Reutinen’ herum findet man. öfters 
ganze und. zerbrochene Urnen und in den erstern gemeiniglich Asche und Kohlen.«* Wenn dem so 
war, so müssen. wir annehmen, dass die gallisch-römische Bevölkerung in dieser Gegend ihre 
Todten bestattet habe. 
Mehrere Grabsteine sind in neuerer Zeit auf den Feldern: bei Königsfelden und Windisch und 
bei Brugg gefunden worden, allein es ist ungewiss, ob sie ursprünglich hier aufgestellt waren. 
Vor dem Städtchen Brugg wurde in.einem Garten ein Kindergrab, ein trogähnlicher aus rothem 
Sandstein (aus der Gegend von Basel) verfertigtes Behältniss- mit einem Deckel aus derselben Stemart. 
gefunden: - Inwendig lagen Gebeine und ein Glasfläschchen. 
Ein eigentlicher Begräbnissplatz des im ersten Jahrhundert n.. Chr. zu Windisch in Garnison 
stehenden Militärs wurde im Jahr 1846 bei Erbauung der Kisenbahn. entdeckt‘ und zwar an einer 
Stelle, wo man einen solchen nie vermuthet hätte. Der Ort, der schon auf Seite 142 erwähnt wurde, 
ist eine kleine Anhöhe jenseits der Reuss, über die hier eine Brücke geführt haben muss, etwa 3000 
Schritte von Königsfelden entfernt, wahrscheinlich ander Strasse: nach- Tenedo. Bei: der Abtragung
	        

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