Volltext: Statistik der Römischen Ansiedelungen in der Ostschweiz

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Alle Ziegelstücke des Murimooses sind vom Feuer vollständig schwarz gefärbt. Auf neun der- 
selben fanden wir die gewöhnlichen Stempel der XI Legion, aber nicht eine Spur von denjenigen 
der XXI Legion. Da die letztern sowohl zu Seengen als zu Bülisacker vorkommen, so scheint diese 
zwischen den genannten Punkten in der Mitte liegende Station als eine spätere, erst nach dem Abzuge 
der XXI Legion von Vindonissa im Jahr 69 n. Chr. gegründete Ansiedelung betrachtet werden zu 
Müssen. « 
- Ein Punkt, wo ebenfalls Legionsziegel und zwar sowohl solche der XXI als XI Legion gefunden 
werden, ist die Localität, auf welcher das Pfarrhaus von Seengen steht. Im Jahr 1843 fand der 
dortige Geistliche bei Anlass eines Baues hart an der Westseite seines Hauses viel altes Gemäuer, in 
welchem Ueberreste einer Wasserleitung, Ziegelstücke und zwei Säulenbruchstücke aus jurassischem 
Marmor herumlagen. 
Wettingen, Auf Seite 300 der ersten Abtheilung dieser Schrift haben wir einer Inschrift erwähnt, 
welche uns von dem einstigen Dasein eines zu Wettingen errichteten Isistempels Kunde gibt, und hier 
nur noch eine kurze Beschreibung des im Jahr 1633 in der Nähe des Tempels entdeckten Schatzes 
nachzutragen. Ueber die Auffindung desselben meldet Merian in seiner bald nachher, Anno 1642, 
erschienenen Topographia Helvetix etc. S. 52 Folgendes: »Anno 1633 den 22 Augusti Alten Calenders 
ist ein Irrdiner Hafen voll silberreicher Pfenning (da die Mark 101 Loth fein hält) zwar nicht von 
gantz feinem Silber, und auff solchen mehrertheils der alten Römischen Keyser Bildnuss gepräget, in 
der Erden vergraben, in dem Höltzlein, nicht weit von dem besagten Kloster [Wettingen] und in der 
Graffschaft Baden (so selbiges mahl Herr Hans Jacob Fuesslin, dess Raths zu Zürich, verwaltet hat) 
gefunden worden, so an Gewicht 14 Mark 41% Loth, dessen Geschirrs und der Müntzen (die letzte 
von Constantinus junior) hiebei zu sehen, nachdem dasselbige, wie man auss etwas Zahlen und 
andern gemerckten Zeichen gespüret, in die 1400 Jahr da gelegen.« Zoller, Ms. Tom. II. 245 
berichtet über diesen Fund weiter: »Herr Chorherr J. B. Ott in seinen muthmasslichen Gedanken von 
den bei Kloten entdeckten Antiquitäten schreibt pag. 8. aus Lambeci Biblioth. Vindobon., dass diese 
Opfergeschirre in die Wienersche Kunstkammer gekommen. Dass diess nicht der Fall ist, sondern 
dass dieselben unter die acht alte regierende Ort der Grafschaft Baden vertheilt worden, zeigt bei- 
gesetzte undisputierliche Nachricht: »»Jahrrechnung von Baden d. ult. Oct. Die im Wettinger Hölzlein 
fundenen Silbernen Antiquiteten haben 194 Loth 3 Quintli gewogen, welche an 8 Stucken under die 
8 Regierende Orth vertheilt worden, davon Zürich 40 L. — Q., Bern 22 L. 2 Q., Luzern 18 L. 2 Q., 
Uri 58 L. — Q., Schweitz 15 L. — Q., Unterwalden 7 L. 10., Zug 17 L. —Q., Glarus’ 16 L. 2°O., 
das Loth pro 12 Gutbazen angeschlagen, erhalten hat.«« 
Was den Münzfund betrifft, so melden Wagner im Helvet. Mercur und Andere, dass bei weiterem 
Nachgraben ganz nahe bei der Stelle, wo die Opfergeschirre entdeckt wurden, ein irdener Topf mit 
römischen Kaisermünzen von Silber gefunden worden sei, nämlich von Kaiser Hadrianus, von seiner 
Gemahlin Sabina, von Gordianus Pius, Maximinus Daza und Constantinus junior. 
Glücklicher Weise liess einer der bei der Tagleistung zu Baden 13—28. Octbr. 1633 anwesenden 
Ehrengesandten, Herr Hs. Heinrich Wirz, Seckelmeister zu Zürich, sämmtliche Silbergefässe, ehe sie 
vertheilt wurden und in den Schmelztigel wanderten, für sich abzeichnen. Diese in natürlicher Grösse 
und augenscheinlich mit grossem Fleisse verfertigten Zeichnungen, welche gegenwärtig in der Bibliothek
	        

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