Volltext: Statistik der Römischen Ansiedelungen in der Ostschweiz

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sachkundige Beschreibung der ganzen Anlage, einen Plan derselben und Zeichnungen der aufgefun- 
denen Gegenstände. Die Druckschrift, die zuerst 1761 in Bern, dann 1771 zu Frankfurt erschien, 
führt den Titel: »Recueil d’antiquites de la Suisse. Tome. (es ist kein zweiter erschienen) contenant 
celles d’Avenches et de Culm, par Mr. de Schmidt, seigneur de Rossan.« — Die nachfolgenden Angaben 
sind sämmtlich dem Berichte des Herrn v. Schmidt enthoben, 
»Die Mauern des Gebäudes liegen‘ durchschnittlich 5’ tief im Boden. Um denselben ertragsfähig 
zu machen, haben die Eigenthümer theils Erde auf den Acker geführt, theils einen Theil des Gemäuers 
ausgebrochen und die Bausteine in’s Dorf transportirt, wodurch ein Theil der Nordseite des Gebäudes 
und ein Theil der Südseite gänzlich zerstört worden ist.“ In der That bemerkt man im Dorfe überall 
grosse Quaderstücke, welche von dem römischen Gebäude herrühren. Gegenwärtig ist nur noch ein 
380’ langer und 85’ breiter Zug von Mauern mit vielen Gemächern vorhanden. Die Höhe der Mauern 
über dem Niveau der Räume beträgt 3— 6‘, unter demselben 3‘. Die Fundamente ruhen auf Sand- 
steinfelsen. Bei der gegenwärtigen Beschaffenheit des Gebäudes ist es unmöglich. ein Bild des Ganzen 
zu entwerfen. 
Erklärung des Planes auf Taf. XVI. Fis 2: 
No. 1... In diesen Gemächern hatte sich eine arme Familie angesiedelt. und, indem sie Fenster- 
löcher in den Mauern, eine Thür, ein Strohdach und einen Bretterboden anbrachte, eine Wohnung 
eingerichtet. 
No. 2. Hier fand man eine aus grossen Quadersteinen angelegte Wasserleitung. 
No: 3... Der Fussboden dieses Zimmers ist ein wohlgeglätteter Estrichboden, in welchem bunte 
Marmorwürfelchen so eingesetzt sind, dass dieselben Kreise und Sterne vorstellen (s. Taf. XVI. Fig. 3). 
Ein solcher Boden sieht hübsch aus, ist sehr dauerhaft und kostet weniger als ein eigentlicher 
Mosaikboden. 
No. 4 siehe bei No. 19. 
No. 5, 11, 12, 15 und 16 sind sehr zerstört und von geringer Bedeutung. 
No. 6, 9, 10 und 13. An den Wänden dieser Gemächer, so wie bei No. 3 bemerkt. man 
einen ‚einfarbigen oder bunten Anstrich, aber keine Zeichnungen. Beim Eingang No. 7 besteht die 
Thürschwelle aus Juramarmor. 
No. 8, 11, 13 und 15 sind schmale Gänge. 
No. 10. Kin grosser Saal mit merkwürdigem Fussboden. Es ist ein Kalkguss mit vielen in den- 
selben eingestreuten bunten Steinchen. Auch dieser Boden ist hübsch und solid. 
No. 17. - Die Wände dieses Zimmers sind bis zur Höhe von 9” mit weissem Marmor bekleidet. 
Der Fussboden ist eigenthümlich construirt; er besteht nämlich in der Mitte des Zimmers aus Tafeln 
von schönem Marmor, welche von mehrern Streifen Mosaik eingefasst sind. 
No. 18. Hier sind eine Menge Urnen und Näpfe von Thon gefunden worden. Vielleicht ent- 
hielten dieselben Salbe, deren man sich beim Baden. bediente. (Wahrscheinlich war dieser Raum 
eine gewöhnliche Vorrathskammer.) 
No. 4 und 19 sind Wintergemächer mit Hypokausten. Bei No. 4 bestand der untere Boden 
aus gestampfter Erde. In diesen waren in regelmässiger Distanz von 1%/,‘ längs der Mauer viereckige 
und im Innern runde Marmortafeln eingesetzt worden, auf welchen die Säulchen zu stehen kamen. 
Auf die runden ‚Tafeln. stellte: man Säulchen von- acht 3‘ dicken runden Backsteinen. auf die vier-
	        

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