Volltext: Bericht über die Entwässerung des liechtensteinischen Rheintales

Es ist also zweifellos, daß wenn der liechtensteinische Binnenkanal am Ende des Hoch⸗ 
wuhres dem Rheine zugeleitet und mit dem obgenannten Gefälle angelegt würde, die Esche in 
oöllig zweckentsprechender Weise reguliert werden könnte. Es fehlt nur noch der Nachweis, 
daß auch das Hochwasser des Rheines keinen nachteiligen Einfluß auszuüben vermag. Dieser 
Nachweis wird im beigegebenen Längenprofil des Kanals geboten. Darnach macht sich der 
Rückstau eines Rheinhochwassers ähnlich dem vom Jahre 1890 ungefähr bis zur Gampriner 
Mühle geltend, vermag also auf den Hochwasserspiegel des Kanals bei Bendern keinen Einfluß 
mehr auszuüben. Wenn sohin das größte denkbare Hochwasser des Kanals mit einem Rhein⸗ 
hochwasser ähnlich dem vom Jahre 1890 zeitlich zusammenträfe, würde nach erfolgter Ableitung 
und Regulierung des Kanals der Wasserspiegel am Einflusse der Esche ungefähr das Niveau 
des heutigen gewöhnlichen Sommerwassers erreichen. 
Trotzdem also erwiesen ist, daß die Ausleitung des Kanals beim Ende des Hochwuhres 
zur Erreichung des angestellten Zweckes genügt, so wurde, weil von der Bevölkerung nachdrück— 
lich darauf hingewiesen worden ist, dennoch der Fall studiert, daß der Kanal bis zur österr. 
iechtensteinischen Wuhrgrenze fortgeführt werde. Davon soll später, wenn in das Detail der 
Projekte eingegangen wird, die Rede gehen. 
Von Bendern aufwärts gestaltet sich die Lösung der Aufgabe einfach. Eine Strecke weit 
ist der Boden ganz flach, daher sollte der Kanal mit dem geringen Gefälle von ungefähr 2 Km 
weiter geführt werden. Von dort ab kommen durchwegs höhere Gefälle in Anwendung. Auf— 
fallen werden dabei die zwei Gefällsbrüche bei Km 1,9 und bei der Mühleholzrüfe, die einge— 
schaltet werden mußten, um die Gefällslinie des Kanals möglichst der Talgefällslinie anzu— 
schmiegen. Diese senkt sich eben nicht gleichmäßig ab, weil, wie schon eingangs erwähnt worden, 
in früheren Zeiten verschiedene Wasserläufe ihre eigene Ausmündung in den Rhein hatten und 
auf der Talfläche unmittelbar ober diesen Mündungen mehr Rheinletten liegen blieb, als in 
den geschützten Lagen unterhalb der Mündungen. 
Man könnte allenfalls auch von den Ueberfällen absehen und steilere Gefällslinien ein— 
schalten. Dann würde aber in diesen Uebergangsstrecken die Wassergeschwindigkeit zu groß und 
Kolkungen verursachen, so daß diese Anordnung gewiß weniger empfehlenswert erscheint. 
Normalabflußprofile. 
Nachdem Gefälle und Wassermenge festgestellt waren, konnte an die Ermittlung der Ab— 
flußprofile für die einzelnen Strecken geschritten werden. Die Sohlenbreiten der Profile finden 
sich so bemessen, daß das größte Hochwasser in der untersten Strecke (mit dem geringen Ge— 
fälle) die Höhe von 3,0 m, in den mittlern Strecken von 2,5 mm nicht oder nicht merklich über⸗ 
schreitet, während beim obersten Laufe die Sohlenbreite mit Rücksicht auf das verhältnismäßig 
bedeutende Mittelwasser relativ größer angenommen worden ist. 
Die Böschungen wurden am Fuße flacher gehalten, weil dies im Interesse der Uferver— 
sicherung zu empfehlen ist. Von der Eschemündung aufwärts sind sie am Fuße zweifach, oben 
einfach; von jener Mündung abwärts wurden die Böschungen 2ue und 2füßig angenommen, 
teils um die Uferversicherung wirksamer zu gestalten, teils auch in der Absicht, die Sohlenbreite 
zu verringern.
	        

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