Volltext: Bericht über die Entwässerung des liechtensteinischen Rheintales

tieft und erweitert werden müßten, daß also mit einem bloßen Hauptkanale der Zweck, die 
liechtensteinische Talebene zu entwässern, bereits erreicht wäre. Die Berechtigung für einen so 
großen Aufwand läßt sich übrigens selbst dann noch in Zweifel ziehen, wenn der Rückstau bei 
Bendern auf andere Weise behoben werden könnte, da ja ein großer Teil der Talfläche gegen— 
wärtig schon leidlich entwässert ist und weil ferner ein Bedürfnis, die Streugründe in Kultur— 
boden umzuwandeln, nur in beschränktem Maße besteht, indem jene Gründe verhältnismäßig 
hoch im Werte stehen und zum Teile für die Landwirtschaft unentbehrlich bleiben. 
So drängte sich also gebieterisch die Frage auf, ob sich denn die Nachteile, die der liechten— 
steinischen Binnenentwässerung anhaften, nicht in anderer, weniger kostspieliger Weise beheben 
lassen, was der fürstlich liechtensteinschen Regierung den Anlaß bot, mich zur Untersuchung 
dieser Angelegenheit einzuladen. 
Schon bei der ersten, am 2. und 3. August 1901 in Gemeinschaft mit dem Herrn Re— 
gierungs-Chef Cabinetsrat v. In der Maur, dem Herrn Landtagspräsidenten Dr. Albert Schädler, 
dem Herrn Landestechniker Hiener, sowie andern Funktionären vorgenommenen Begehung des 
in Frage kommenden Gebietes gewann man an der Hand der vorgelegenen Pläne die Ueber— 
zeugung, daß durch Abwärtsverlegung der Ausmündung des Eschegrabens nicht nur der Rück— 
stau beseitigt werden kann, sondern daß gleichzeitig die Möglichkeit, den Hauptkanal schon bei 
Bendern und sohin auch die ganze Esche zu vertiefen, gewährleistet würde. Weiters kam man 
zu dem Schlusse, daß es für Triesen genügt, wenn von den obern Gewässern nur der Triesner 
Mühlbach talab geleitet und dem Hauptkanale zugeführt würde. 
Ich wurde nun ersucht, die Angelegenheit der liechtensteinischen Binnengewässer-Korrektion 
einem nähern Studium zu unterziehen und einen Bericht und Voranschlag über den nötigen 
Kostenaufwand zu verfassen. In Erledigung dieses Auftrages beschränkte ich mich natürlich nur auf die 
Hauptentwässerungsader und zog die Seitengewässer nur insoweit in Betracht, als untersucht 
verden müßte, ob für deren künftige Regelung die Bedingungen geschaffen werden können, wo— 
bei hauptsächlich die Esche in Betracht kommt. 
Während ich anfangs zum Zwecke der Kostenberechnung in Aussicht nahm, nur ein gene— 
relles Projekt zu verfassen, sah ich mich, um mit mehr Sicherheit die günstigste Art der Ab— 
leitung des Kanals und die Kosten zu ermitteln, im Verlaufe der Arbeit genötigt, die Auf— 
nahmen für die Strecke unterhalb Bendern in größerer Ausdehnung vornehmen zu lassen, so 
daß sich dann mit verhältnismäßig geringem Mehraufwand an Mühen und Kosten ein Detail— 
projekt bearbeiten ließ, dessen Vorlage der fürstlich liechtensteinischen Regierung ohnedies sehr 
erwünscht sein dürfte, weil damit die Inangriffnahme der so dringlichen Kanalableitung wesent⸗ 
lich näher gerückt erscheint.
	        

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