Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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Ideen seines Kaisers einging und für deft Augenbli> kein 
anderes Prinzip als die Entsagung aller kriegerischen Politik 
aufstellte. Dem Volke war er fremd und seine ersten Schritte 
machten ihn nicht populär. Auch die Wiener Aristokratie 
brachte ihm wenig Vertrauen entgegen. Die Fürstin Eleo- 
nore, deren Gunst er seit Jahren gewonnen hatte, mißtraute 
seinem höfischen Sinne und seiner Leichtlebigkeit. „Der 
Kaiser“, sagte sie, „will nur Leute, welche finden, daß alles 
gut geht, deßwegen gefällt ihm Metternich und dieser weiß 
sich gut mit dem Kaiser zu stellen.“ 
Erst j-“t lernte Eleonore im Salon des Staatskanzlers 
ven „Hofrat5 Gent" kennen, den der Finanzminister nach 
Wien berufen hatte, um ihn über einen Finanzplan zu Rathe 
zu ziehen. Gent selbst bezeichnet seinen damaligen Aufent- 
halt in Wien als eine traurige Epoche seines Lebens *). 
Noch immer fühlte er in der Staatskanzlei vas Mißtrauen 
seiner bureaufkratischen Umgebung und wurde no< immer 
von den eigentlichen politischen Geschäften fern gehalten. 
Erst 1812, als er im diplomatischen Hauptquartier des 
Metternich in Prag war, fand e*, „daß ihm jett die öster- 
reichis<e Carriere offen steh2". Auch Friedrich Schlegel, 
welcher 1809 und 10 die österreichische Zeitung redigirte, 
wurde nur zur Abfassung von Artikeln und Denkschriften 
verwendet und blieb in der Staatskanzlei fremd wie Adam 
Müller und später Jar>e. Nur Pilat, welcher Metternich 
seit 1805 als Privatsecretär diente, wurde öfter zu Arbeiten 
benüßt, welche sonst den Gesandten zugehörten ?). 
1) Vom 17. Dec, bis 13. März. L. Assing, Tagebücher von 
Fr. Gent, I. LE. 
2) Klinkowström, aus der alten Registratur der Staatskanzlei, 177.
	        

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