Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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das Schisal der Armee ahnte, war der Herzog Albert; 
er sagte shon am 29.: „Alles ist verloren, Gott helfe uns.“ 
In der Familie Liechtenstein erhielt die erste Nachricht die 
Schwiegertochter Eleonorens, die Fürstin Anna und zwar 
durch ein Billet des Finanzministers Graf Zichy ; er meldete, 
die Armee sei a-fangen, nur einige Regimenter hätten sich 
durchgeschlagen, die Officiere und unter ihnen die drei Liech- 
tenstein seien gefangen und würden auf Ehrenwort entlassen. 
Im Publicum glaubte man anfangs nur, daß Ulm verloren 
und nur ein Corps von 4000 Mann die Waffen gestre>t 
habe. Erst am 25. October kam der Kurier, welcher die volle 
Wahrheit der Capitulation berichtete. Ein Schrei der Ent- 
rüstung und des Zornes ging durch ganz Oesterreich. Waren 
doch tausende von tapferen Männern aus dem Bürger- und 
Bauernstande gefangen nach Frankreich geschleppt worden. 
Die Männer der Regierung waren wie vom Donner ge- 
rührt. „Das Unglück, welches uns getroffen", schrieb Genk, 
„ist wirklich derart, daß es die Seele vernichtet und das 
Denken aufheb:.“ Und Eleonore: „Es ist wie ein Verhäng- 
niß, welches die alten Staaten ihrem Untergange entgegen- 
führt; meine Seele ist tief erschüttert ; unsere schöne Armee 
ist binnen 10 Tagen vernichtet; was werden meine drei 
Söhne machen; was wird mit der Monarchie geschehen ? 
Ohne Führer steuert sie in diesem entsetzlichen Sturm %.“ 
Wohl waren noH Männer, welche kein feiges Berzweifeln 
über sic< kommen ließen und der muthigste, entschlossenste war 
der Kaiser Franz selbst. In dem Manifesre vom 28. October 
sprach er in bewegtem Tone zu seinem Volke: er erinnerte 
1) Eleonore an Josephine, 24., 25., 26. October 1805.
	        

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