Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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Belgiens hatte eine Schaar adeliger Familien nach Oester- 
reich geführt, 19 eine ganze Colonie des Fürstenhauses Aren- 
berg, die Cron -Havre's aus dem Hennegau, den Kanzler 
Krumpipen u. «. Eine beliebte Versönlichfeit war der be- 
kannte geistvolle Lebemann Fürst Karl von Ligne, der Schwa- 
ger der Fürstin Eleonore, denn seine Frau war eine Tochter 
des Fürsten Emanuel Liechtenstein. Er hatte vor der Re- 
volution lange in Paris gelebt, große Reisen gemacht und 
kannte alle Höfe und hervorragenden Personen Europa's. 
Als Belgien französisch wurde , verlor er den größten Theil 
seines Vermögens und lebte hinfort in Wien. Zm Winter 
bewohnte er ein kleines Haus auf der Lastei, im Sommer 
auf dem Kalenberg, wo er Haus und Grund --kauft und 
prächtige Gartenanlagen geschaffen hatte. Von seinen drei 
Töchtern hatte eine den Fürsten Clary geheiratet, die anderen, 
Euphemie und Flore, wurden später mit einem Grafen Palffy 
und dem IML. Freiherrn von Spiegel vermält. Ein gern ge- 
sehener Gast noch aus der Zosephinischen Zeit war der russische 
Gesandte Fürst Galitzin, der ebenfalls eine der L hen des 
Kalenberges gekauft und in einen Park umgewandelt hatte. 
Er war in Wien sehr beliebt und als er im Mai 1792 seine 
Entlassung nahm, schrieb Eleonore: „Die Kaiserin von Ruß- 
land verliert an ihm einen ausgezeichneten Minister, der ihr 
große Dienste 7oleistet hat; er zeigte sich immer gescheidt, 
flug, versöhnlich und wird allgemein geachtet.“ - Am meisten 
verkehrte er mit La8cy und dem Fürsten Clary , liebte aber 
nur ein leichtes , gefälliges Gespräch; wie ein ernster Ton 
angeschlagen wurde, wandte er sich ab. Er starb schon ein 
Jahr naher, am 30. August 1793. Die Freunde erfuhren 
seinen T9d während eines Diners bei dem spanischen Ge- 
Wolf, Eleonore Liebtenstein. 
IS
	        

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