Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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1761 wieder nach Wien. „Als ich“, erzählt er weiter in 
seinen Memoiren, „die Prinzen Marie Cyristine wieder 
sah , erfannte ich die Wahrheit dessen, was meine Freunde 
während d-s Ecsdzua8 erzählt hatten, nämlich daß ikr Herz 
für einen Anderen schlage, den sie ein Jahr früher gesehen, 
bevor ic) das erstemal nach Wien kam. Dieser glückliche 
Nebenbuhler war Prinz Ludwig, später Herzog von Würtem- 
berg?) , ein geistvoller liebenswürdiger Mann. Er war in 
Berlin erzogen, lebte lange in Paris, wo er den Ton und 
die Manieren der vornehmen Welt, aber auch ihre Fehler 
annahm. Er war leicht in seinen Grundsäßen, irreligiös 
bis zum Atheismus, besonders Jenen gegenüber, denen er 
seinen Geist zeigen wollte, während er vor anderen Leuten, 
wenn es ihn interessirte, Moral und Religion predigte. Er 
kannte *:e kleinen Intriguen, wel<he zum Zwe> führten. In 
Frankreih war er Generallieutenant, hatte den Herzog Ri- 
helieu 1756 nach Minorca begleitet, verließ jedoch den fran- 
zösis<en Dienst oder mußte ihn verlassen, wie man erzählte, 
wegen einer Intrigue mit einer französis<en Prinzessin. Er 
ging 1757 nach Oesterreich, machte den Feldzug als Volon- 
tär in dor österreichischen Armee mit, kam 1759 wieder nach 
Wien und blieb den nächsten Winter in Dresden, weil, wie 
man sazte, seine Geldmittel für Wien nicht ausreichten. Als 
ich 1750 das erstemal nach Wien kam, traf ich ihn nicht, 
wohl aber anfangs 1761 und entdeckte, daß er die Intrigue 
mit der Prinzessin, die ihm nicht abgeneigt schien, wieder an- 
»" Ludwig Eugen 1731--1795, Bruder des Herzogs Karl Eugen, 
des Stifters der Karlsschule, folgte ihm in der Regierung 1793, starb 
1795 65 Jahre alt.
	        

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