Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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sich abwehrend und zuwartend gegen die französische Revo- 
sution. Der Friede mit den Türken , die Pilnitzer Conven- 
tion und das Bündniß mit Preußen bezeichnen die Resultate 
seiner Politik. Auch im Innern wußte er die widerstreben- 
den Elemente zu beherrschen, indem er auf die Theresianische 
Staatsform zurücgriff, die ungarische Verfassung herstellte 
und den Landtagen der deutschen Provinzen ihre alten Rechte 
einräumte. Leopold war einer Reform der Stände durch 
eine verstärkte Vertretung des Bürger- und Bauernstandes 
geneigt, aber die Verhältnisse waren in Oesterreich noch lange 
nicht reif dazu. Adel und Geistlichkeit zeigten sich voll maß- 
loser Wünsche und selbst das Bürgerthum verlangte nichts 
anderes, als an den veralteten Privilegien Theil zu nehmen. 
Sucte doch die „Bauernzeitung" in Graz uoch 1792 dem 
Volke b-greiflich zu machen, daß die Ungleichheit der Stände 
ein Glü> für dasselbe sei. Die Leopoldinische Regierung 
hat O-,:erreich den Frieden gebracht, aber der inneren Politik 
eine Stabilität aufgedrü>t, welche die Entwicklung auf Jahr- 
zehnte hinaus hinderte, jede Fortbildung lähmte und alle 
schöpferische Kraft zum Stillstande brachte. 
Das Leben des Souverains war in diesen Jahren voll 
Anstrengung, Kummer und Sorgen aller Art. „I< finde 
alles in der größten Unordnung“, klagte er, „ic< habe Nie- 
manden, dem ich vertrauen, Niemanden, der mir rathen 
kann.“ Erst am 16. Mai 1790 war seine Frau still und 
prunklos in Wien angekommen. Den Sommer über wurde 
nur von der Vermälung des Erzherzogs Franz mit der Prin- 
zessin Therese von Neapel und von der Kaiserreise nach 
Frankfurt gesprohen. Wie zur Krönung Zosephs 1. ging 
mit Leopold ein Zug von Herren und Frauen nach Deutsch-
	        

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