Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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bei Schlözer und Pütter, machte dann als Baron Meseritsch 
eine Reise durch Deutschland, Holland und England und 
fehrte erst 1787 in's Vaterhaus zurü&. Er war mannhafter, 
ernster, ruhiger geworden, aber die Mutter fürchtete doch, 
ihn hüten zu müssen. Der junge Herr wollte, um rasch 
empor zu kommen, in Wien bei der Polizei oder bei dem 
Landrecht eintreten, aber sein Vater meinte: „Das wäre der 
erste Liechtenstein, der bei der Polizei diente." Er stellte 
seinen Sohn dem Kaiser vor und dieser bestimmte ihn für 
den administrativen Dienst in den Niederlanden unter dem 
Minister Trautmannsdorf. Die Generalstatthalter waren 
damals no< in Wien und Eleonore konnte ihren Sohn be- 
sonders empfehlen. Die Erzherzogin Marie Christine nahm 
ihn, als sie nach Brüssel zurückkehrte, gütig auf, öffnete ihm 
ihr Haus und schilderte ihn der Fürstin als einen höflichen, 
fleißigen, jungen Mann, der dem Minister wie ein Sohn 
seinem Vater ergeben sei und in seinem Benehmen der 
Mutter in jeder Beziehung zum Trost gereichen könne. Karl 
hatte Gelegenheit, in den Conflicten der Regierung mit den 
Ständen viel zu lernen, kehrte jedoch vor Ausbruch der Re- 
volution wegen der Krankheit seines Vaters im November 
1788 nac< Wien zurück *). 
Der zweite Sohn Wenzel, geboren am 21. August 1767, 
war von Zugend auf für den geistlihen Stand bestimmt. 
Nach den Gymnasialjahren schiten ihn seine Eltern 1786 
nach Rom, um Theologie zu studiren, aber der Cardinal 
Garampi rieth, ihn wieder herauszunehmen und in ein fran- 
') Nach den Briefen Eleonorens an Leopoldine und Josephine, 
1780--1790.
	        

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