Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

jungen Gräfinnen und Fürstinnen der Wiener Gesellschaft, 
mit all den „Tonerl, Tinerl, Franzerl , Liserl". Auch sie 
erhielten ihre wienerischen Namen „Poldi“ und „Lori“. Bei 
Hofe gehörten sie zunächst in den Kreis der jungen Erzher- 
zoginnen und fanden sich von der Anmuth und Freundlichkeit 
derselben wie verzaubert, während sie zur Kaiserin mit En- 
thusiaSmus und Bewunderung aufblickten. 
In der That hat es im achtzehnten Zahrhundert nicht 
leicht ein schöneres, lieblicheres Familienbild gegeben, als 
Maria Theresia und Kaiser Franz Stephan im Kreise ihrer 
Kinder, besonders in den Zahren 1760 bis 1767, wo die 
Töchter noc< nicht in die Ferne geheiratet und der Tod noch 
feine Lüen gerissen hatte. Friedrich I]. war ein siegreicher 
Feldherr, ein großer König, aber die Freuden des häuslichen 
Glückes hat er nie empfunden, und in Frankreich war das 
Familienleben des königlichen Hauses j) von Wollust und 
Frivolität überwuchert, daß, so lange Ludwig KV. lebte, 
Glück und Frieden niemals in dasselbe eingezogen sind. Von 
den Töchtern Maria Theresia's war im Zahre 1760 die 
älteste, Maria Anna, 22 Jahre alt, Marie Christine 18, 
Flisabeth 17, Amalie 15, die jüngeren, Johanna, Josephine, 
Karoline und Antonie, waren Kinder von 10 bis zu 5 Jahren. 
Erzherzog Zoseph war damals 19 Jahre und für sein Alter 
sehr ernst und still. Der junge Erzherzo3 Karl war wegen 
seiner Munterkeit in der Familie sehr beliebt, neigte aber 
zur Spottsu>t und ließ sich gerne gehen. Die jüngeren 
Söhne Leopold, Ferdinand und Max waren noch unreife 
Knaben und saßen über den Büchern. 
Im Winter 1760 waren die beiden sächsischen Prinzen 
Albert und Clemens, Söhne des Königs August 111. von
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.