Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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Schwierigkeiten zu überwinden "“ Als Josephine sechzehn 
Jahre alt war, schloß sie sich mit mädchenhafter, zärtlicher 
Freundschaft an ibre Cousine Eleonore, die Tochter der Gräfin 
Leopoldine Kaunitz, aber die Mutter verbot ihr, diesem Zuge 
nachzugeben. „Die Freundschaft“ , schrieb sie der Tochter, 
„ist ein süßes Gefühl, aber man kann sie nur vorsichtig ge- 
nießen; bilde Dein H-xz, Deinen Geist, Deinen Charakter, 
darin ruht der beste Halt des Lebens, denn die fremde Hilfe 
ist ungenügend, wenn man sich nicht selbst zu helfen ver- 
mag.“ 1779 wurden Zosephine und Eleonore Kaunitz auf 
Verlangen der Kaiserin Maria Theresia bei Hofe vorgestellt 
und erschienen zum erstenmale auf einem Balle. Ein Jahr 
später näherte sich der junge Graf Sinzendorf, der Vater 
sprach mit Josephinen, aber diese schien nicht geneigt und 
die Verbindung unterblieb. „Betrachte es wie einen Traum“, 
sagte ihr die Mutter. Bald meldete sich ein anderer Freier, 
der junge Graf Johann Ernst Harrach, der Sohn des Gra- 
fen Ernst Guido Harrach und der Gräfin Marie Josepha 
Dietriestein. Er war geboren 1756, also sieben Jahre älter 
als Zoyephine , hatte seine juristischen Studien durchgemacht 
und durch einige Jahre dem Kurfürsten von Mainz als Hof- 
und Gerichtsrath gedient. 1779 kam er nac< Wien und 
zeigte sich als ein ruhiger, ernster, wohlerzogener junger 
Mann, der ganz in deutscher Bildung auferwachsen war. 
Das junge aar lernte sich 1781 in Wien kennen, im Herbste 
war die Verlobung und am LJ. Zänner 1732 die Bermä- 
lung. Sie machten vorerst eine Reise nach Deutschland und 
in die Niederlande und etablirten sih dann in Wien im 
1) Eleonore an Josephine, 1771, 1775.
	        

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