Volltext: Fürstin Eleonore Liechtenstein

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Briefwechsel war. Die Erzherzogin hatte selbst diesen Brief- 
wechsol eröffnet und ihr oft und in aufrichtiger Freundschaft 
geschrieben, aber Eleonore hütete sih wohl, ihre Urtheile 
über die JZosephinische Regierung zu zergliedern und blieb 
auch im persönlichen Lerkehr darin vorsichtig. Sie huldigte 
ihr immer wie einer souverainen Frau , indem sie sich eines 
Spruches des Marschalls Las8cy erinnerte: „Man soll mit 
den Löwen nicht vertraut werden * " Die Erzherzogin ver- 
brannte alle Briefe ihrer Freundin, aber Eleonore hob ihre 
Briefe alle auf und sie bezeugen, mit welchem Vertrauen 
und welch" inniger Freundschaft Marie Christine der Fürstin 
Eleonore und ihrer Familie zugethan war*). Am 20. März 
verließ sie Wien mit wahrhaft bekümmertem Herzen, denn 
der Kaiser hatte ihr die Einführung des neuen Systems in 
den Niederlanden angezeigt und sie sah nur Unruhe, Täu- 
schung und Widerstand voraus. 
Im Frühling und Sommer 1786 hatte der Kaiser 
einen kleinen Frauenhof um fich. Von den fünf Damen 
wohnten abwechselnd zwei oder drei in Laxenburg, die Fürstin 
Eleonore vom 7.5. Mai bis 12. Zuni. Ihr Gemal ge- 
brauchte die Kur in Baden und kam jeden zweiten Tag 
herüber. Wir theilen nur einiges aus den Briefen der 
Fürstin mit * Laxenburg, 17. Mai: „Unser Leben ist wie 
im vorigen Jahre. Der Morgen ist etwas langweilig, man 
weiß nicht, was man beginnen soll. Zn der Nacht kam ein 
?) Il ne faut pas 8e familiariser avec les lions. 
?) Briefe der C..,". Marie Christine an die Fürstin Eleonore 
1781--<-.: Ms. in Raudnit. 
3) An ihre Tochter Josephine Harra.
	        

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